Schlagwort: Süddeutsche Zeitung

Meine Android-Lieblinge 2013 (1): News

Ich mag Android. Ich mag mein Nexus 4. Und das ist auch wichtig. Denn mein Smartphone ist mein täglicher Begleiter. Es unterstützt mich in vielen Situationen und unterhält mich auch bisweilen. Dabei spielen eine ganze Reihe ziemlich toller Apps eine große Rolle. In dieser kleinen Blog-Serie möchte ich einen Überblick über meine App-Lieblinge unter Android geben – und dabei vielleicht auch die ein oder andere kleine Perle vorstellen. Den Anfang machen meine Lieblings-Nachrichten-Apps – sehr wichtig für mich als Newsjunkie.

Press

Icon der Press-App

Twitter, Facebook, Google+ – alles schön, aber irgendwie gibt es dann doch immer die ein oder andere Geschichte, den ein oder anderen Blogartikel, den ich über diese Wege nicht mitbekomme. Deshalb lobe ich mir meinen Google Reader, in dem ich einige hundert verschiedene Blogs via RSS abonniert habe. Auf dem Mac nutze ich zum Lesen der anfallenden Artikel Reeder, unter Android lange Zeit die offizielle App von Google. Seit einigen Wochen habe ich aber Press ins Herz geschlossen.

Google-Reader-Alternative Press

Die Google-Reader-Alternative Press bietet ein schickes und schnelles Layout.

Einmal mit dem eigenen Google-Konto verknüpft, bietet Press eine ziemlich schicke Möglichkeit, neue Artikel zu lesen und in andere Netzwerke zu teilen. Dabei aktualisiert sich die App auf Wunsch automatisch im Hintergrund – gerade im Zug, wo das Netz meist schlechter ist, ein ziemlich tolles Feature, denn dann ist trotzdem immer genug zum Lesen da. Was noch fehlt, sind bessere Verwaltungsfunktionen, also etwa die Möglichkeit, neue Feeds zu abonnieren. Ansonsten bin ich mit Press wunschlos glücklich.

Link zu Press im Play Store (2,99 €)

Pocket

Icon der Pocket-App

Über Pocket habe ich schon vor einigen Tagen hier im Blog berichtet. Der Dienst gehört zu meinen absoluten Lieblingstools. Nirgendwo kann ich besser spannende Artikel von verschiedenen Quellen sammeln, um sie später zu lesen. Besonders die Share-Funktion unter Android und die entsprechenden Browser-Plugins für Chrome, Safari, etc. machen das Zusammenstellen der eigenen Leseliste kinderleicht.

Leselisten-App Pocket

Pocket bietet eine von überall aus befüllbare Leseliste.

Pocket nutze ich übrigens häufig in enger Verbindung mit Press: Wenn mir dort ein Artikel in den ersten Absätzen spannend vorkommt, oder zum Beispiel ein Video eingebettet ist, das ich unterwegs nicht ansehen kann, packe ich den Beitrag einfach über die Share-Funktion in Pocket. Den gespeicherten Artikel kann ich dann in Ruhe zuhause am großen Bildschirm zu Ende lesen.

Link zu Pocket im Play Store (kostenlos)

Süddeutsche.de

Icon der SZ-App

Blogs und soziale Netzwerke sind das Eine, gerade morgens mag ich es aber, einen schnellen Überblick über das zu bekommen, was gerade in der Welt los ist. Lange Zeit habe ich dafür die Tagesschau-App genutzt, seitdem es jedoch die sehr schicke App der Süddeutschen Zeitung gibt, ist das meine Referenz-Nachrichten-App. Die Artikel sind sehr gut lesbar, alle Ressorts schnell durchsuchbar, und wie jede gute News-App bietet auch die SZ automatische Benachrichtigungen bei Eilmeldungen an.

News-App Süddeutsche.de

Aktuelle Nachrichten gibt’s von der Süddeutschen Zeitung.

Was ich allerdings nicht verstehe, ist, warum mir die Süddeutsche diese Inhalte schenkt und nicht einmal einen Einmal-Obulus von – was weiß ich – 3 oder 4 € beim Herunterladen verlangt. Lieber Stefan Plöchinger, liebe SZ, liebend gerne würde ich für euer tolles Online-Angebot zahlen – und zwar ohne den Umweg über ein Abo. Gebt mir endlich die Möglichkeit dafür!

Link zu Süddeutsche.de im Play Store (kostenlos)

WeatherPro

Home-Screen-Widget von WeatherPro

Okay, zugegeben: Eine Wetter-App fällt nur begrenzt in den Bereich der News-Apps. Auf der anderen Seite will ich den morgendlichen Blick auf die Wetteraussichten für den Tag nicht missen – insbesondere, wenn ich an einem Tag in verschiedenen Städten unterwegs bin. Lange habe ich nach der richtigen App gesucht, und bin schließlich bei WeatherPro hängen geblieben.

Wetter-App WeatherPro

Detailreiche und schön aufbereitete Wetterdaten inklusive Regenradar gibt’s von WeatherPro.

Die App bietet zunächst einmal für quasi jeden Ort aktuelle Wetterdaten und Vorhersagen. Hinzu kommen einige ganz schicke Diagramme zu Temperatur und Niederschlagsrisiko. Was mir aber fast das Wichtigste ist, sind die Wetterkarten. Für ganz Europa bietet WeatherPro dabei aktuelle Radarfilme und Satellitenbilder an – sehr praktisch, wenn man mal wissen will, ob in der nächsten Stunde zwischen daheim und dem Supermarkt etwas runter kommt. Abgerundet wird das Paket schließlich durch einige ganz schicke Widgets.

Link zu WeatherPro im Play Store (2,99 €)

Next up: Kommunikation

Weiter geht es in dieser Serie dann in den nächsten Tagen, und zwar mit meinen liebsten Kommunikations-Apps. Stay tuned!

Bis dahin: Mit welchen Apps bleibt ihr auf dem Laufenden, was die Geschehnisse in der Welt und im Netz angeht? Schreibt mir eure Lieblings-News-Apps!

Hinweis: Wie ihr vielleicht bemerkt habt, ist mein Android auf Englisch eingestellt. Das hat den einfachen Grund, dass ich gerne Google Now in vollem Umfang nutzen möchte. So gut wie alle Apps, die ich hier vorstelle, haben aber auch eine deutsche Übersetzung.

Starthilfe für den „Universalcode“

Seit September letzten Jahres schwirrt eine Idee durchs Netz, angestoßen vom Journalisten Christian Jakubetz: Es soll ein Buch geschrieben werden, genauer gesagt ein Ausbildungsbuch, und zwar für junge Journalisten und die, die welche werden wollen. Im Gegensatz zu den bisherigen Standardwerken soll es darin vor allem um die Herausforderungen für den Journalismus im digitalen Zeitalter gehen.

Das klingt spannend? Dachten sich viele andere auch (unter anderem auch Daniel Fiene und Herr Pähler von „Was mit Medien“), und so wuchs das Projekt und mittlerweile gibt es eine lange Autorenliste, und viele Unterthemen die im Buch besprochen werden sollen.

Direkt als es möglich war, bestellte ich auch ein Exemplar vor, denn eine weitere Besonderheit am „Universalcode“ (wie das Buch im Arbeitstitel heißt) ist die unkonventionelle Weise der Veröffentlichung. Anstatt das Buch bei einem normalen Verlag herauszubringen, haben sich die Autor_innen um Christian Jakubetz für die Firma „Euryclia“ entschieden.

Die Besonderheit: Das Buch wird erst ab einer bestimmten Menge an Vorbestellungen (in diesem Fall 1.000 Stück) realisiert, damit für alle Seiten Planungsssicherheit herrscht. Doch so groß das Interesse am „Universalcode“ auch ist – noch sind die 1.000 Vorbestellungen nicht erreicht.

Und hier kommt Ihr ins Spiel.

Wenn Ihr euch gerade denkt „Mensch, das ist spannend, ich will dieses Buch lesen!“, dann bitte ich Euch, den Machern zu helfen, und ein Exemplar vorzubestellen, zum Beispiel über das nebenstehende Widget, in dem Ihr Euch auch schon ein paar Entwurfsseiten und Leseproben anschauen könnt.

Bitte helft mit, dass dieses Projekt umgesetzt wird. Die Welt braucht ein gutes, zukunftsorientiertes Ausbildungsbuch für Journalisten!

Das Ding mit dem Hinterfragen.


Verteidigungsminister zu Guttenberg steht (einmal mehr) in der Kritik. | Foto: Junge Union Deutschlands

Nachdem Karl-Theodor zu Guttenberg in den vergangenen Wochen schon mehrmals in der Kritik stand, wohl auch berechtigterweise, gibt es nun einen weiteren Sturm der Entrüstung. Und dem dreht es sich um die Doktorarbeit des Bundesverteidigungsministers. Bei der handele es sich nämlich, laut dem Bremer Jura-Professor Andreas Fischer-Lescano, um „ein dreistes Plagiat“ und „eine Täuschung“ – so die heutige Ausgabe der „Süddeutschen Zeitung“. Online wird sogar anhand einer Flash-Animation gezeigt, wo der Herr Freiherr überall geschummelt haben soll. Soweit so schön.

Während die „Tagesschau“ letztlich die Inhalte der „SZ“ wiedergibt, ebenso wie „RP ONLINE“ (natürlich mit dem Hinweis, dass das ja mittlerweile Gang und Gäbe sei bei Studenten von heute), macht sich zumindest die „taz“ die Mühe, wenigstens einmal darauf hinzuweisen, dass Herr Prof. Lescano gar nicht mal der Erste ist, der ein Plagiat in zu Guttenbergs Arbeit festgestellt hat:

„Der Münsteraner Doktorand Michael Schwarz hat schon im letzten Sommer einen (bislang unveröffentlichten) Aufsatz geschrieben, in dem er zu Guttenberg an vier Stellen wortwörtliche Übernahmen aus einem Aufsatz des Tübinger Rechtsprofessors Martin Nettesheim nachweist. Die Analyse von Michael Schwarz liegt der taz vor.“

Nun, eine Frage, die sich mir jedoch stellte, nachdem ich die Geschichte von den Vorwürfen sah (und erst einmal dachte: „Ja, und?!“), war: Wer ist eigentlich dieser so viel zitierte Professor Andreas Fischer-Lescano? Und warum überprüft er zu Guttenbergs Dissertation?

Zu letzterer Frage lautet die Antwort der „SZ“, er habe „die Parallelen mit anderen Texten bei einer Routineprüfung entdeckt“. Ah ja. An anderer Stelle ist auch noch etwas von einer Rezension zu lesen, die er über die Arbeit habe schreiben wollen. Ich will ihm das mal glauben. Nicht so wirklich glauben will ich ihm jedoch, dass hinter dem Öffentlichmachen, und aus meiner Sicht auch Aufbauschen seines Funds, kein politisches Kalkül steckte. An dieser Stelle komme ich nämlich zur Antwort auf meine erste Frage:

Sicher, Andreas Fischer-Lescano ist Professor für Öffentliches Recht, Europarecht und Völkerrecht an der Universität Bremen, das will ich ihm auch mitnichten absprechen. Spannend finde ich jedoch, dass er vom Blog „Lafontaines Linke“ als „erklärter Linker“ beschrieben wird (was natürlich erst einmal nichts heißen muss), und dass er Gründungsmitglied des „Instituts Solidarische Moderne“ ist.

Das alles ist nichts Schlimmes, bei Weitem nicht, und ich begrüße es sogar sehr, wenn Professoren nicht nur in ihrem eigenen Sud an ihrer eigenen Uni kochen (wie ich es selbst teilweise erlebe), sondern sich einmischen und am politisch-gesellschaftlichen Diskurs teilnehmen. Doch eine gewisse Einordnung seiner Person unabhängig von seinem akademischen Grad würde ich mir dann seitens der diversen Medien doch wünschen – schließlich ist er der Ausgangspunkt für den Entrüstungssturm, der gerade über zu Guttenberg hereinbricht.

Ich will gar nicht sagen, dass Herr Prof. Fischer-Lescano seine Anschuldigungen erfunden hat, und es mehren sich ja auch die Hinweise anderer Wissenschaftler, die ebenfalls auf ein vorliegendes Plagiat hinweisen. Doch einfach so nachzuplappern, was ein Professor sagt – nur weil er Professor ist? Ich weiß nicht.

Mir persönlich ist es, um ehrlich zu sein, relativ egal, ob Herr zu Guttenberg in seiner Doktorarbeit ein oder zwei Seiten abgeschrieben hat. Und selbst wenn er „seinen Verfassungsbegriff ‚nicht hinreichend‘“ entwickelt hat und „weit hinter der wissenschaftlichen Diskussion“ zurückbleibt, dann ist das zwar schlecht für ihn, aber mir als Bürger erst einmal relativ unwichtig, so lang er in seinem Ressort, dem des Bundesverteidigungsministeriums, fachlich sauber handelt und entscheidet – und das sollte doch eher Gegenstand einer Diskussion sein, gerade in den Medien.

Die Vorwürfe gegen zu Guttenberg sind wahrscheinlich berechtigt, und es ist auch in Ordnung ihn dafür zu kritisieren. Aber die Sau, die gerade einmal mehr durchs Mediendorf getrieben wird, rechtfertigt dies nicht.

Ein Brief an meine Wahlkreisabgeordnete

Sehr geehrte Frau Eisenberg,

mein Name ist Henning Bulka, ich bin 18 Jahre alt und leiste im Moment ein Freiwilliges Ökologisches Jahr statt Zivildienst im Tierpark Gettorf. Da ich für diese Zeit in Revensdorf/Lindau wohne, sind Sie die für meinen Wahlkreis zuständige Abgeordnete im Schleswig-Holsteinischen Landtag. Und aus diesem Grund schreibe ich Ihnen heute.


Foto von Freiheit statt Angst Berlin 2008 (CC-Lizenz)

In den letzten Tagen war es eines der großen Themen in Medien und Gesprächen auf der Straße: das vom Bundestag beschlossene BKA-Gesetz. Und um ehrlich zu sein, immer wenn ich von den möglichen Auswirkungen des Gesetzes auf die unsere Privatsphäre lese, rollen sich mir, gelinde gesagt, die Fußnägel hoch. Ich kann nicht nachvollziehen, wie so ein absolut untragbarer Gesetzesentwurf überhaupt zur Abstimmung im Bundestag kommen konnte.

Schon allein die Aufnahme der Online-Durchsuchung in das Arsenal der Ermittlungsmethoden des BKA ist bei näherer Betrachtung unhaltbar. Mit nur ein wenig Grundwissen in Beziehung auf die Funktionsweise von Computern, vor allem auf das Betriebssystem, sollte allen Beteiligten klar sein, dass so eine Online-Durchsuchung überhaupt nichts bringt, denn: es ist beispielsweise möglich, einen Computer zu betreiben, sogar ins Internet zu gehen, ohne aber das auf der Festplatte installierte Betriebssystem (z. B. Windows o. Ä.) zu nutzen. Denn heutige Computer können auch von einer schreibgeschützten CD-ROM aus gestartet werden, z. B. über die Linux-Version Knoppix. Die Online-Durchsuchung wie sie im Gesetzesentwurf vorgeschlagen wird, greift aber nur, wenn der entsprechende Computer vom auf der Festplatte installierten System gestartet wird, da nur dann das von den Ermittlern installierte Überwachungsprogramm automatisch gestartet wird. Ich selbst habe schon einmal meinen Computer von CD aus betrieben, und glauben Sie mir: es ist weder kompliziert noch sonderlich unbequem in der Nutzung. Terroristen, denen man die Planung und logistische Organisation eines Anschlags vom Zuschnitt des 11. September 2001 zutraut, sollte man auch zutrauen, dass sie auf solche kinderleichten Schutzmethoden zurückgreifen, um mögliche Online-Ermittlungen zu verhindern. Was bedeutet das im Klartext? Die vorgeschlagene Online-Durchsuchung bietet, wenn überhaupt, nur eine lachhafte Maßnahme gegen mögliche Anschläge in der Zukunft. Für uns als Bürger bedeutet es aber, dass wir letztendlich ständig Gefahr laufen, vielleicht sogar ungewollt oder aus einem dummen Zufall heraus, vom BKA auch ohne richterliche Genehmigung über das Internet ausspioniert zu werden. Sicher, das ist nicht der Grund, warum das Gesetz so formuliert wurde, aber ganz klar lässt es genau diese Situation zu.

Dass der Datenschutzbeauftragte des BKA die Durchsicht intimer Daten beaufsichtigen soll, kann zudem nicht ernst gemeint sein. Erstens ist zu sagen, dass sich auf keinem Computer, wie in Artikel 7 BKA-Gesetz formuliert wird, „allein“ intime Daten befinden. Sollte dies der Fall sein, dürfte die Online-Durchsuchung in diesem Moment nicht angewendet werden. Aber da es sich hierbei um eine utopische Formulierung handelt, ist demnach auch die Verhinderung der Online-Durchsuchung aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nach dem aktuellen Gesetzesentwurf eine Utopie. Zweitens, um auf den eingesetzten Datenschützer des BKA zurückzukommen – ein Autor der Süddeutschen Zeitung formulierte vor einigen Tagen in etwa:

Diese Regelung zur Selbstregulierung ist ein Hohn auf die Bürgerrechte. Das ist in etwa so, als wenn man eine Gruppe trockene Alkoholiker in einen Spirituosenladen stellt und ihnen dann mit gehobenem Zeigefinger erklärt, sie sollten nichts davon trinken.

Meiner Meinung nach ein sehr treffender Vergleich.

Abschließend kann man zur Online-Durchsuchung sagen: der Nutzen für ernsthafte Ermittlungen ist gleich null, die Einschränkung der Persönlichkeitsrechte von uns als Bürgern ist aber immens.


Foto von Freiheit statt Angst Berlin 2008 (CC-Lizenz)

Andere für mich unhaltbare Punkte im neuen BKA-Gesetz möchte ich nur kurz anschneiden: ein Bundeskriminalamt, das sich sozusagen aussuchen kann, ob es für einen Fall zuständig ist oder nicht, führt dazu, dass ziemlich bald die mögliche Situation besteht, dass Innenminister Schäubles Ministerium letztlich für so ziemlich alles zuständig ist, wofür es sich gerade interessiert. Des weiteren soll der Informantenschutz stark eingeschränkt werden, das Zeugnisverweigerungsrecht für Journalisten, Ärzte und Rechtsanwälte soll sozusagen nicht mehr gelten, und auch diese eigentlich durch Gesetze zu schützenden Berufsgruppen wären evtl. von den neuen Beschattungsmöglichkeiten betroffen. All das trifft bei mir auf Unverständnis und lässt mich ganz ehrlich an unserer Demokratie zweifeln – es sei denn, und damit komme ich wieder auf Sie, Frau Eisenberg, zurück, der Bundesrat lehnt das BKA-Gesetz im derzeitigen Entwurf ab. Die Chancen dafür stehen gut, ich weiß. Angekurbelt durch die Jusos in Sachsen entwickelt sich vermehrt Widerstand in den Länderparlamenten von Seiten der SPD, unter anderem auch in Schleswig-Holstein.

Ich weiß nicht, wie Sie sich in der Vergangenheit zum neuen BKA-Gesetz positioniert haben, aber, ich möchte Sie als Bürger Ihres Wahlkreises, aber noch viel mehr als Bürger, der in dieser demokratischen Gesellschaft lebt, dazu auffordern, sich im Landtag gegen das neue BKA-Gesetz auszusprechen und dagegen zu stimmen. Zum Schluss möchte ich noch einmal die Süddeutsche Zeitung zitieren, die mir bei diesem Thema wirklich aus der Seele spricht, diesmal aus einem Kommentar von Heribert Prantl am 18. November 2008:

Jeder, der dafür sorgt, dass das BKA-Gesetz in der vorliegenden Fassung scheitert, begeht eine gute Tat. Er schafft die Voraussetzung dafür, dass die Vorschriften im Vermittlungsausschuss generalüberholt werden können. Wer im Bundesrat gegen das BKA-Gesetz stimmt, macht sich verdient um den Rechtsstaat. Und er bringt dem Grundgesetz ein schönes Geschenk zum sechzigsten Jubiläum.

In diesem Sinne bitte ich Sie noch einmal inständig, meine Bitte zu erhören und wünsche Ihnen des weiteren alles Gute für Ihre weitere politische Laufbahn.

Mit freundlichen Grüßen,
Henning Bulka