Schlagwort: schwul

„ROMEOS“: Die Suche nach sich selbst


Fabio und Lukas in „ROMEOS“. Foto © PRO-FUN MEDIA

In den deutschen Programmkinos ist in diesen Tagen ein wirklich bemerkenswerter Film angelaufen: ROMEOS … anders als du denkst!

Die Geschichte ist schwer in wenigen Sätzen zu erzählen, letztlich dreht sich aber zunächst einmal alles um Lukas – ein junger Mann, der frisch nach Köln gezogen ist, um dort seinen Zivildienst abzuleisten. Doch dort wird er zunächst nicht bei den anderen Zivis im Wohnheim untergebracht – sondern landet als einziger Junge im Mädchentrakt.

Denn Lukas trägt ein Geheimnis mit sich herum, von dem niemand wissen soll: Er ist Frau-zu-Mann-transsexuell. Früher hieß Lukas noch Miriam, und physisch befindet er sich irgendwo auf dem Weg zwischen Mädchen und Junge. Eine für ihn selbst schwierige und komplizierte Situation der Wandlung und Selbstfindung, von der in Köln nur seine Betreuerin im Wohnheim und seine beste Freundin Ine wissen.

Das für Außenstehende vielleicht dazu noch besonders Verwunderliche: Trotzdem Lukas jetzt ein Mann ist, fühlt er sich nicht zu Frauen sondern zu Männern hingezogen – und so erkundet er natürlich auch die Kölner Schwulenszene. Dabei trifft er auf den Platzhirsch Fabio – und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Fabio hat ebenfalls Interesse an Lukas – doch das führt irgendwann zu der unausweichlichen Situation, dass Lukas sich offenbaren muss …

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Make love – but be safe!

In den letzten beiden Tagen habe ich zwei ziemlich ernste aber wichtige Beiträge gepostet – beide im Kontext von HIV, AIDS und in Bezug auf den heutigen Welt-AIDS-Tag.

Der Abschluss dieser Mini-Serie soll nun ein bisschen fröhlicher sein, nämlich ein unglaublich tolles, französisches Präventionsvideo von 2006:

Lebt lange genug, um die/den Richtige_n zu finden – Schützt euch!

(via sav|LOG – Stehtresen 2.0 und shared – Der Abfall, der bleibt)

Gedanken zum Weltblutspendetag

Ich bekenne: Ich habe gestern kein Blut gespendet. Ich habe sowieso noch nie Blut gespendet. Und zwar ganz bewusst, obwohl Blutspenden ergo Blutkonserven für viele Menschen von höchster Wichtigkeit sind – zum Beispiel, damit sie operiert werden können, und dabei nicht auf dem OP-Tisch verbluten. Und auch, trotzdem gestern Weltblutspendetag war, der extra noch einmal ganz explizit auf die Brisanz des Blutspendens hinweisen sollte – Nein, ich habe kein Blut gespendet.

Wieso? Weil ich ein schlechter Mensch bin? Weil ich mein Blut für mich allein haben will, nichts davon abgeben will, um anderen zu helfen? Nein. Ich habe kein Blut gespendet, weil ich es nicht darf. Das liegt nun keinesfalls daran, dass ich sonderlich extrem lebe. Weder bin ich ein Drogenjunkie, der sich mit dreckigen Nadeln mehrere Ladungen pro Tag in die Venen drückt, noch verkaufe ich meinen Körper als Prostituierter. Nein, der Grund dafür, dass ich kein Blut spenden darf, liegt in dem Menschen, den ich liebe. Er ist ein Mann. Und weil ich mit einem Mann Sex habe, darf ich kein Blut spenden. So „einfach“ ist der Grund für mein vermeintliches gesellschaftliches Fehlverhalten.

Denn nach dem „Gesetz zur Regelung des Transfusionswesens“ (kurz Transfusionsgesetz, TFG), gelten Schwule, bzw. präziser gesagt „Männer, die Sex mit Männern haben“, kurz „MSM“, als „Risikogruppe“. Gefragt wird nach diesem Detail in einem Fragebogen, den man vor der Erlaubnis, Blut lassen abgeben zu dürfen, ausfüllen muss.

Diese Zuordnung zu einer Risikogruppe lässt sich anhand von Zahlen sehr überzeugend begründen: Männer aus der Kategorie „MSM“ tragen statistisch gesehen wesentlich häufiger das HI-Virus in sich, den Auslöser der Immunschwächekrankheit AIDS, als Männer, die eben keinen Sex mit Männern haben, also heterosexuelle Männer. Und deshalb werden „MSM“, also faktisch homo- und bisexuelle Männer, vom Blut spenden ausgeschlossen – so einfach die Rechnung nach Behördendeutsch.

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Vermutung ≠ Unterstellung


„Schwule Fußballer? Gibt’s nicht!“ – So denken immer noch viele. | Foto: Mark Härtl (CC BY-NC-SA 2.0)

Ich gebe zu: Sonderlich häufig öffne ich die Website der „BILD“ nicht. Aber da nun heute in meinem RSS-Reader mehrere Artikel zu Oliver Bierhoff und seiner Äußerung zum „Tatort“ vom vergangenen Samstag in eben jener Zeitung auftauchten, habe ich selber nachschauen wollen, was er da genau sagt. Zugegeben, seine Aussage wurde einigermaßen erfolgreich aus dem Zusammenhang gerissen, doch trotzdem finde ich sein Statement beachtlich:

Haben Sie sich über die Szene aus dem „Tatort“ geärgert?

Bierhoff: „Ich finde es schade und ärgerlich, dass die Prominenz der Nationalelf missbraucht wird, um irgendein Thema zu entwickeln oder einen Scherz zu machen. Dieser Satz im ,Tatort’ hatte ja keine inhaltliche Relevanz. Das sehe ich immer auch als einen Angriff auf meine Familie – die Familie der Nationalelf. Und das ärgert mich.“

Quelle: BILD.de

Normalerweise versuche ich immer, mich zurückzuhalten, wenn irgendwo heiße Luft verbreitet wird, oder eine vielleicht kritisch zu sehende Aussage von irgendeiner anscheinend wichtigen Person als neue Sau durch das mediale Dorf getrieben wird. Doch da ich den „Tatort“ gesehen habe, und auch durchaus eine kritische Meinung dazu habe – ich fand ihn relativ misslungen –, und da ich dazu noch in gewisser Weise „betroffen“ bin, möchte ich doch kurz etwas dazu sagen.

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