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Wer oder was ist eigentlich dieses YouTube?

Der Brite Benjamin Cook trifft in seiner YouTube-Doku „Becoming YouTube“ verschiedene YouTuber und spricht mit ihnen über YouTube. So einfach, so faszinierend. Foto © Benjamin Cook.

Der Brite Benjamin Cook trifft in seiner YouTube-Doku YouTuber und spricht mit ihnen über YouTube. So einfach, so faszinierend. Foto © Benjamin Cook.

4 Milliarden Videoabrufe täglich, 800 Millionen Besucher pro Monat – das, in zwei beeindruckenden Zahlen, ist YouTube. Was als einfacher Hort für lustige Katzenvideos begann, ist zwar heute immer noch ein toller Ort, um Katzenvideos zu schauen – ist heute aber gleichzeitig auch der wohl größte Anbieter für Bewegtbildinhalte im Netz.

Das besondere: Jeder kann seine Videos auf YouTube stellen, eine Sendelizenz braucht dafür niemand. Klar, auch die großen Studios und Fernsehsender betreiben eigene YouTube-Kanäle. Wirklich faszinierend ist aber eigentlich die Community der privaten Videomacher, von denen immer mehr zwischen einigen Hunderttausenden bis hin zu mehreren Millionen von Abonnenten haben. Und so gibt es inzwischen echte YouTube-Persönlichkeiten, Berühmtheiten im Netz, die für eine riesige, meist sehr junge Zuschauerbasis echte Idole sind – nicht nur mit ihren Videos, sondern auch mit dem, was sie an Persönlichkeit darin verkörpern.

How do I become YouTube famous?

Aber, welche Mechanismen stecken dahinter? Wie wird man eine Berühmtheit auf YouTube? Diesen Fragen geht momentan der Brite Benjamin Cook in einer – wie sollte es anders sein – Serie von Videos auf YouTube nach.

Dabei spricht er mit vielen bekannten Gesichtern der britischen YouTuber-Szene, etwa mit Charlie, Alex Day. Bisher sind zwar nur zwei Folgen online, aber schon jetzt ist es sehr spannend, durch die Augen von einigen der wohl erfolgreichsten Online-Videomacher der Welt auf YouTube zu blicken. Besonders erfolgreich sind sie mit Sicherheit auch dadurch, dass sie Englisch sprechen, und so Menschen auf der ganzen Welt erreichen.

Das Interessante daran: Auch diese meist sehr jungen Menschen machen sich große Gedanken um ihr Publikum. Denn Fakt ist: Sie erreichen mit ihren Videos hauptsächlich Teenager zwischen 13 und 17 Jahren, und die meisten davon sind weiblich. Umso spannender sind in diesem Zusammenhang Fragen wie: Spielt das Aussehen eine Rolle? Wie erreiche ich am meisten Zuschauer? Und: Warum mache ich das eigentlich? Wegen der Klicks, oder weil es mir Spaß macht?

Becoming YouTube ist eine höchst sehenswerte Videodokureihe, die tiefe, witzige und sehr persönliche Einblicke in eine ganz besondere Parallelwelt bietet, dabei die eigene Kreativität inspiriert – und gleichzeitig durch die unglaublich hohe Qualität auch noch richtig gut unterhält.

Und was ist mit den deutschen YouTubern?

Benjamin Cooks – zugegebenermaßen teils eigenwilliges und nicht immer ganz ernst gemeintes – Portrait der YouTube-Community beschränkt sich auf den englischsprachigen Raum, genauer gesagt größtenteils auf den britischen Teil der Videomacher. Aber wie sieht es mit Deutschland aus? Schließlich gibt es auch hier mittlerweile sehr erfolgreiche YouTuber. Das Paradebeispiel sind hier wohl Y-Titty – drei Jungs aus Franken, die mittlerweile in Köln leben und von ihren YouTube-Videos leben.

Doch, auch wenn das sicherlich nur mein ganz persönlicher Eindruck ist, den ich nur schwer belegen kann: Ich glaube, dass die deutschsprachige YouTuber-Community der englischsprachigen noch um einige Ecken hinterher hinkt. Sicher, auch hierzulande gibt es kreative Videomacher. Nach meinem Empfinden setzen dabei aber gerade die erfolgreichsten Kanäle auf – mit Verlaub – Titten, Sex und ziemlich billige Comedy.

Bisher gibt es noch keinen deutschen Charlie McDonnell, der mit handgemachten Sketchen groß geworden ist auf YouTube und jetzt Millionen junger Menschen neues Selbstbewusstsein gibt. Nein, die deutschen „YouTube-Größen“ produzieren – meinem Empfinden nach – in den meisten Fällen TV-ähnliche Videos, die auf schnelle Klicks aus sind, und sich dabei häufig auch noch einer Art Humor bedienen, die ich nicht unbedingt elegant nennen möchte.

Tiefgang? In den meisten Fällen leider Fehlanzeige. Diesen etwas pauschalen Eindruck habe ich leider auch beim Hören der diversen – übrigens ansonsten sehr gut gelungenen – YouTuber-Portraits von Fabian von Triffy.de für die Sendung mit dem Internet über die letzten Wochen gewonnen. Klar, all das gibt es im britischen Teil von YouTube auch – aber eben nicht in dieser Dominanz, sondern gleichberechtigt neben einer Fülle an etwas subtileren Videos.

Natürlich kann es aber auch sein, dass ich die guten und etwas anspruchsvolleren deutschsprachigen YouTuber einfach noch nicht entdeckt habe. Und klar, es ist auch nicht alles furchtbar. Videos wie die von „Teilzeitvlogger“ Marcel oder Michael Buchinger machen durchaus Mut.

Vielleicht braucht es also einfach noch eine gewisse Zeit, bis noch mehr ambitionierte junge Filmemacher hierzulande YouTube als die eigene Plattform entdecken. Bis dahin schaue ich aber wohl doch noch ein bisschen weiter auf Englisch.

Und ihr?

Netzrückblick • 23.03.2011

An dieser Stelle, in der Rubrik „Netzrückblick“, stelle ich in mehr oder minder regelmäßigen Abständen meine Links der letzten Tage vor – also die Artikel, die ich ganz persönlich spannend und lesenswert fand. Vielleicht ist für Euch, liebe Leser_innen, ja auch etwas dabei.

Da ich länger nichts mehr in dieser Kategorie gepostet habe, sind die Artikel diesmal nach Datum geordnet, beginnend mit den ältesten.

NRW muss Zwangsouting beenden (Ruhrbarone)
In nordrhein-westfälischen Gefängnissen müssen HIV-positive Insassen ihren Status ihren Zellengenossen mitteilen – ein unhaltbarer Zustand. Der Artikel ist zwar einen Monat alt, hat aber meines Wissens nach nichts von seiner Aktualität verloren.

Qualitätsprobleme im Journalismus und ihre Ursachen (netzpolitik.org)
Wer es noch nicht gesehen hat: Sieben namhafte Medienmenschen sprechen im Ausschuss für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag über Journalismus, Qualität des Journalismus, und die Zukunft des Journalismus. Ziemlich lang, aber sehr spannend!

Die Reifenprüfung (Spreeblick)
Einfach ein wunderbarer Kurzfilm mit einer unerwarteten und sehr witzigen Wendung zum Schluss.

Ich muss passen (G! – gutjahr’s blog)
Richard Gutjahr über das Übel der Passwörter und Nummern, die wir uns an verschiedensten Stellen merken müssen. Ich habe da ja mein System. Aber das verrate ich niemandem ;)

Befragung für Schwule und Lesben mit Kinderwunsch (PRIDE1)
Bitte, so ihr „betroffen“ seid bzw. in die Zielgruppe passt, mitmachen, und der Wissenschaft weiterhelfen. Noch läuft die Befragung!

Übrigens … das musste mal gesagt werden (Spreeblick)

Sehr schönes, aufklärendes und gleichzeitig humoristisches Erklärstück zur AKW-Katastrophe in Japan, das ich hier der Einfachheit halber jetzt mal einbinde …

In Gold We Trust (Computerlove)
Unter dem Titel „The world has changed“ hat Stephane Massa-Bidal berühmte Sprüche und Überschriften neu formuliert, und daraus gleich noch neue (und ziemlich schicke) Plakate gemacht. Sehr beeindruckend!

„Was haben Knopfaugen und Schnitzel gemeinsam?“ (Anke Gröner)
Sehr wahre Passage über Vegetarismus aus dem Text „Das Tier und wir“ für den Tagesspiegel.

Timeline: Proteste in der arabischen Welt (netzpolitik.org)
Der britische Guardian hat die Unruhen in Nordafrika in den letzten Monaten auf sehr eindrucksvolle Weise visualisiert. Toll!

Die meisten dieser Links entdecke ich übrigens über Google Reader beim Durchforsten meiner RSS-Abonnements. Alles, was ich darüber weiterempfehle, findet ihr auf meinem Google-Reader-Profil.

Netzrückblick • 22.02.2011

An dieser Stelle, in der Rubrik „Netzrückblick“, stelle ich in mehr oder minder regelmäßigen Abständen meine Links der letzten Tage vor – also die Artikel, die ich ganz persönlich spannend und lesenswert fand. Vielleicht ist für Euch, liebe Leser_innen, ja auch etwas dabei.

Und ja, ich weiß, dass es heute ziemlich viele Links sind. Aber was kann ich für das tolle Internet?

„Wir können machen, was wir wollen“ (Mediatopia; via Hendryk Schäfer)
„Mit dem Blog “Mein Quartier” ist das Hamburger Abendblatt in den hyperlokalen Journalismus eingestiegen. Journalistikstudentin Caro Ritgen hat Mediatopia erzählt, wie ihr Job als Stadtteilreporterin aussieht.“ Sehr spannendes Interview über ein ziemlich innovatives Projekt. Lokaljournalismus der Zukunft, und so.

„5 Thesen zur Zukunft des Fernsehens (G! – gutjahr’s blog; via CARTA)
Richard Gutjahr wurde einmal als der Prototyp einer neuen Generation von Journalisten beschrieben. Das halte ich für übertrieben, und auch für zu platt. Trotzdem hat er sich einige sehr schlaue Gedanken zur Zukunft des Fernsehens und eigentlich allgemein aller Medien gemacht.

„Ich gestehe“ (SPRENGSATZ; via Hendryk Schäfer)
Michael Spreng hat bei seiner Latein-Abiturprüfung betrogen. Jetzt ist er bereit, sein Reifezeugnis wieder abzugeben …

„Amazon launches Prime instant videos, unlimited streaming for Prime subscribers“ (Engadget)
Bezahlende „Prime“-Kunden von „Amazon“ können in den USA ab sofort Filme ganz legal und kostenlos auf ihrem Computer streamen. Zudem können Filme auch – wie bisher – für drei Tage geliehen oder ganz gekauft werden. Der neue Service ähnelt damit nicht nur „iTunes“ (wo auch deutsche Kunden Filme leihen können) sondern vor allem auch dem nur in den USA verfügbaren Dienst „Netflix“. So, und wann kommt das nun nach Deutschland?

„Volker Pispers: Bis neulich 2010“ (Nerdcore)
Auch wenn ich ihm nicht in allen Punkten zustimme: 45 Minuten, in denen ich viel und herzlich gelacht habe.

Planetarium Bochum – „Wir holen Ihnen die Sterne vom Himmel“ (Der Teilzeitblogger)
Ich war lange nicht mehr im Planetarium, und dieser Text hat mich ermuntert, doch mal wieder eine solche Vorstellung zu besuchen.

„The World Is Obsessed With Facebook“ (Spreeblick)
Sehr nette Infografik-Animation mit toller Musik und vielen spannenden Zahlen rund um Facebook. Henning Bulka likes this.

„Colour Web Clock“ (Spreeblick)
Diese Uhr im Browser verdeutlicht sehr schön die Funktionsweise des hexadezimalen Farbensystems.

Qualithemes.com (via Daniel Fiene/@fiene)
WordPress ist das Content Management System (CMS) meiner Wahl, und zwar für so ziemlich jeden Typ – weil man beinahe alles daraus machen kann! Diese tolle Website, Qualithemes.com, sammelt hochqualitative WordPress-Layouts (das ist der Anspruch), und dabei sind sogar über 50 kostenlose Themes. Ihr bloggt selbst? Unbedingt anschauen, eine tolle Fundgrube!

Die meisten dieser Links entdecke ich übrigens über Google Reader beim Durchforsten meiner RSS-Abonnements. Alles, was ich darüber weiterempfehle, findet ihr auf meinem Google-Reader-Profil.