Schlagwort: HIV

Gott sei Dank – Kondome schützen!

Als ich den oben stehenden Titel gestern immer wieder in meiner Timeline sah, war ich ehrlich gesagt zuerst etwas skeptisch – er erinnerte mich sehr an den CSD Düsseldorf, der in diesem Jahr unter dem Motto „gottseidank…?!“ stand – der Hauptgrund, weshalb ich nicht hinging. Lange Rede, kurzer Sinn: Irgendwann habe ich doch auf einen der Links zu „Gott sei Dank – Kondome schützen“ geklickt, und war wirklich positiv überrascht darüber, was ich fand:

Eine einfach mal etwas andere und daher sehr spannende Aktion, die es meiner Meinung nach verdient, Beachtung zu finden. Mehr Infos dazu gibt es auf jugend-gegen-aids.de.

Make love – but be safe!

In den letzten beiden Tagen habe ich zwei ziemlich ernste aber wichtige Beiträge gepostet – beide im Kontext von HIV, AIDS und in Bezug auf den heutigen Welt-AIDS-Tag.

Der Abschluss dieser Mini-Serie soll nun ein bisschen fröhlicher sein, nämlich ein unglaublich tolles, französisches Präventionsvideo von 2006:

Lebt lange genug, um die/den Richtige_n zu finden – Schützt euch!

(via sav|LOG – Stehtresen 2.0 und shared – Der Abfall, der bleibt)

detektor.fm: HIV in deutschen Arztpraxen


Symbolbild. Montage: Henning Bulka. Lizenz: CC BY-SA 3.0.

Heute, am 1. Dezember, ist Welt-AIDS-Tag. Heute wollen Millionen von Menschen auf der Welt einmal mehr daran erinnern, wie viel Leid durch die Immunschwächekrankheit schon geschehen ist, aber auch wie wichtig es ist, HIV-Positive nicht mit AIDS-Kranken gleichzusetzen und für ein tolerantes Miteinander zu werben und dafür einzustehen. Denn Menschen mit HIV erleben im Alltag häufig Ausgrenzung und Ablehnung – obwohl sie weder krank noch gefährlich für andere sind.

Ein relativ seltener, aber zugleich auch besonders krasser Fall von Diskriminierung HIV-Positiver ist die durch Ärzte, genauer gesagt Zahnärzte. Über diese erschütternde Realität in deutschen Arztpraxen habe ich ein Stück für detektor.fm gemacht, und dazu mit Ulli Würdemann von ondamaris.de und mit Silke Eggers von der Deutschen AIDS-Hilfe gesprochen. Den Beitrag könnt ihr hier und bei detektor.fm nachhören, und an dieser Stelle auch nachlesen.

Ich bin gespannt auf euer Feedback und eure Meinung!

(Das Skript gibt’s nach dem Klick!)

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PRIDE1: „Kirche PositHIV“ im Porträt


Foto: Thomas Kohler. Montage: Henning Bulka. Lizenz: CC BY-SA 2.0

Was machen eigentlich Christen, wenn sie erfahren, dass sie HIV-positiv sind? Erzählen sie es den anderen Gemeindemitgliedern? Oder leben sie ab diesem Zeitpunkt im Versteckten? Denn das Thema HIV ist keinesfalls ein einfaches in der christlichen Glaubensgemeinschaft und wie auch im Rest der Gesellschaft mit vielen Vorurteilen und Stigmatisierungen belegt.

Anlässlich des morgigen Welt-AIDS-Tages habe ich für das schwuLesBische Szene-Webradio PRIDE1 – Anders hören ein Stück über die Berliner Intitiative Kirche PositHIV gemacht, die sich genau dieser Thematik annimmt, und gesellschaftsübergeifend für mehr Toleranz in allen Konfessionen wirbt. Hier bei mir im Blog könnt ihr den Beitrag, der in dieser Woche an mehreren Sendeplätzen auf PRIDE1 läuft, nachhören und auch nachlesen.

Ich bin gespannt auf euer Feedback und eure Meinung!

(Das Skript gibt’s nach dem Klick!)

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Gedanken zum Weltblutspendetag

Ich bekenne: Ich habe gestern kein Blut gespendet. Ich habe sowieso noch nie Blut gespendet. Und zwar ganz bewusst, obwohl Blutspenden ergo Blutkonserven für viele Menschen von höchster Wichtigkeit sind – zum Beispiel, damit sie operiert werden können, und dabei nicht auf dem OP-Tisch verbluten. Und auch, trotzdem gestern Weltblutspendetag war, der extra noch einmal ganz explizit auf die Brisanz des Blutspendens hinweisen sollte – Nein, ich habe kein Blut gespendet.

Wieso? Weil ich ein schlechter Mensch bin? Weil ich mein Blut für mich allein haben will, nichts davon abgeben will, um anderen zu helfen? Nein. Ich habe kein Blut gespendet, weil ich es nicht darf. Das liegt nun keinesfalls daran, dass ich sonderlich extrem lebe. Weder bin ich ein Drogenjunkie, der sich mit dreckigen Nadeln mehrere Ladungen pro Tag in die Venen drückt, noch verkaufe ich meinen Körper als Prostituierter. Nein, der Grund dafür, dass ich kein Blut spenden darf, liegt in dem Menschen, den ich liebe. Er ist ein Mann. Und weil ich mit einem Mann Sex habe, darf ich kein Blut spenden. So „einfach“ ist der Grund für mein vermeintliches gesellschaftliches Fehlverhalten.

Denn nach dem „Gesetz zur Regelung des Transfusionswesens“ (kurz Transfusionsgesetz, TFG), gelten Schwule, bzw. präziser gesagt „Männer, die Sex mit Männern haben“, kurz „MSM“, als „Risikogruppe“. Gefragt wird nach diesem Detail in einem Fragebogen, den man vor der Erlaubnis, Blut lassen abgeben zu dürfen, ausfüllen muss.

Diese Zuordnung zu einer Risikogruppe lässt sich anhand von Zahlen sehr überzeugend begründen: Männer aus der Kategorie „MSM“ tragen statistisch gesehen wesentlich häufiger das HI-Virus in sich, den Auslöser der Immunschwächekrankheit AIDS, als Männer, die eben keinen Sex mit Männern haben, also heterosexuelle Männer. Und deshalb werden „MSM“, also faktisch homo- und bisexuelle Männer, vom Blut spenden ausgeschlossen – so einfach die Rechnung nach Behördendeutsch.

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