Schlagwort: Film

Filmtipp: Moonrise Kingdom

Am Montag war ich zusammen mit meinem Freund im Kino, und zwar im Casablanca in Bochum. Es lief: Moonrise Kingdom im Originalton mit Untertiteln. Und es war phantastisch.

Der Film erzählt die tiefsinnige Geschichte der Kinderliebe zwischen Suzy und Sam auf einer kleinen Insel in Neuengland. Plötzlich werden Kinder zu reifen, fast erwachsenen Menschen, und diejenigen, die eigentlich erwachsen sind, rutschen in die Rolle der Kinder.

„Moonrise Kingdom“ ist unglaublich komisch, mit stark überzeichneten Charakteren und beeindruckender Bildsprache. Gleichzeitig wird die Liebesgeschichte zweier ganz verschiedener Menschen feinsinnig und berührend erzählt – begleitet von großartiger Musik.

Rundum: Ein wirklich toller Film.

„Keine Arme, keine Schokolade!“


Driss (Omar Sy) und Philippe (François Cluzet) in „Ziemlich beste Freunde“. Foto © Senator

Wir waren am Samstag im Kino. Auf dem Programm stand: Ziemlich beste Freunde. Und ich muss sagen: Der Film ist direkt das erste große Highlight für mich in diesem Kinojahr 2012.

Viele Worte will ich gar nicht verlieren, denn über den Film sollte man nicht reden, man sollte ihn anschauen. Ihr solltet ihn euch anschauen. Worum es geht?

„Ziemlich beste Freunde“ (im Original „Intouchables“) ist ein sehr französisches, modernes Märchen unserer Zeit, in dem der reiche, querschnittsgelähmte Philippe (François Cluzet) mit Hilfe des Ex-Häftlings Driss (Omar Sy) aus der Pariser Vorstadt wieder neuen Spaß am Leben findet. Die beiden kiffen, es geht um steife Ohren und sie fahren in Philippes Maserati Wettrennen mit der Polizei.

Den ganzen Film durch konnte ich lachen, und das sehr herzlich – schon allein Omar Sy in der Rolle von Driss ist urkomisch. Doch bei allem Klamauk besitzt „Ziemlich beste Freunde“ zugleich auch eine unglaubliche Tiefe – und das ganz ohne Drama oder viel Tränenvergießen.

Ein wunderschönes Film nach einer wahren Geschichte, der das Leben und die Liebe feiert, und dabei jeden Zug genießt.

Einfach ganz großes französisches Kino.

„ROMEOS“: Die Suche nach sich selbst


Fabio und Lukas in „ROMEOS“. Foto © PRO-FUN MEDIA

In den deutschen Programmkinos ist in diesen Tagen ein wirklich bemerkenswerter Film angelaufen: ROMEOS … anders als du denkst!

Die Geschichte ist schwer in wenigen Sätzen zu erzählen, letztlich dreht sich aber zunächst einmal alles um Lukas – ein junger Mann, der frisch nach Köln gezogen ist, um dort seinen Zivildienst abzuleisten. Doch dort wird er zunächst nicht bei den anderen Zivis im Wohnheim untergebracht – sondern landet als einziger Junge im Mädchentrakt.

Denn Lukas trägt ein Geheimnis mit sich herum, von dem niemand wissen soll: Er ist Frau-zu-Mann-transsexuell. Früher hieß Lukas noch Miriam, und physisch befindet er sich irgendwo auf dem Weg zwischen Mädchen und Junge. Eine für ihn selbst schwierige und komplizierte Situation der Wandlung und Selbstfindung, von der in Köln nur seine Betreuerin im Wohnheim und seine beste Freundin Ine wissen.

Das für Außenstehende vielleicht dazu noch besonders Verwunderliche: Trotzdem Lukas jetzt ein Mann ist, fühlt er sich nicht zu Frauen sondern zu Männern hingezogen – und so erkundet er natürlich auch die Kölner Schwulenszene. Dabei trifft er auf den Platzhirsch Fabio – und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Fabio hat ebenfalls Interesse an Lukas – doch das führt irgendwann zu der unausweichlichen Situation, dass Lukas sich offenbaren muss …

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ARTE: „Italy, Love it or Leave it“

UPDATE:
Unten ist mittlerweile anstatt des gesamten Films von ARTE+7 nur noch der (englische) Trailer eingebunden, da der Film nur sieben Tage nach Ausstrahlung frei im Netz verfügbar war. Ansehen könnt ihr euch „Italy, Love it or Leave it“ aber trotzdem, indem ihr die DVD zum Film bestellt. Das funktioniert ganz einfach per E-Mail an italy [ÄTT] zalab [PUNKT] org.

Gestern Abend zeigte ARTE anlässlich des Rücktritts von Silvio Berlusconi die Dokumentation „Italy, Love it or Leave it“ von den beiden italienischen Filmemachern und Journalisten Luca Ragazzi und Gustav Hofer, die bereits mit „Schwulsein auf Italienisch“ beeindruckten und über den Kampf der italienischen SchwuLesBischen Bewegung für ein Lebenspartnerschaftsgesetz und die Ressentiments der konservativen Bevölkerung berichteten.

„Italy, Love it or Leave it“ erzählt eine weitere Geschichte von Luca und Gustav – diesmal geht es um die Hassliebe der Italiener zu ihrem zerrütteten Land. Den beiden wird ihre Wohnung in Rom gekündigt, und für sie stellt sich die Frage, ob sie in Italien bleiben, oder ob sie – wie viele ihrer Freunde – nach Deutschland auswandern. Gustav, gebürtiger Südtiroler und deutscher Muttersprachler hat genug von Italien und will nach Berlin. Luca hingegen will in der Heimat bleiben, und eine neue Wohnung in Rom suchen. Wie sollen sie sich entscheiden? Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise durch Italien, um herauszufinden, ob sich die Hoffnung noch lohnt, und lernen dabei erschreckende aber auch wunderschöne Seiten dieses Landes kennen.

Ein toller Film, der auf komische und berührende Art und Weise ein anderes Italien zeigt, als wir es aus dem täglichen Fernseh- und Nachrichtengeschäft kennen.