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#28c3: Wie sicher sind unsere Bahnnetze?


Mechanische Bahnsignale sind auch heute noch im Einsatz. Foto: RainerSturm / pixelio.de.

Zur Zeit findet in Berlin der 28. Chaos Communication Congress, auf Twitter kurz unter dem Hashtag #28c3, statt. Organisiert wird die Veranstaltung vom Chaos Computer Club. Am Dienstag gab es dort auch einen sehr spannenden Vortrag für alle Bahn-Nerds – wie mich zum Beispiel, in Teilen wenigstens … ;-)

Unter dem Titel Can trains be hacked? hat dort der Informatiker Stefan Katzenbeisser, Professor an der TU Darmstadt, über die Geschichte, den aktuellen Stand der Technik und die Zukunft der Sicherungssysteme unserer Eisenbahnsicherungssysteme referiert – mit teils wirklich erstaunlichen Einblicken, nicht nur in den Aufwand, der teilweise getrieben wird, um die Integrität solcher Systeme zu gewährleisten, sondern auch, was für eklatante Sicherheitslücken die Systeme bergen, insbesondere, wenn es um Eingriffe von außen geht.

Die Stichworte hierzu sind Safety (Gewährleistung von Ausfallsicherheit und Zuverlässigkeit) versus Security (Schutz vor Angriffen von außen). Der Talk von Stefan Katzenbeisser dauert zwar eine gute Stunde, aber wer sich fürs Bahnfahren und ein wenig für Technik interessiert, der kann daraus mit Sicherheit viel mitnehmen.

Noch eine Anmerkung zum Stichwort GSM, das im Zusammenhang mit zukünftigen Eisenbahnsicherungssystemen fällt: GSM ist der Standard, auf dem unsere Handynetze basieren, über den wir also mobil telefonieren und SMS verschicken. Das Problem: Der Standard ist schon sehr alt, und wurde mittlerweile geknackt. Das heißt, dass jegliche Kommunikation über GSM mit relativ wenig Aufwand abgefangen/abgehört, verändert und somit beeinflusst werden kann. Somit ist es also gerade bei so sicherheitsrelevanten Themen wie dem Zugverkehr, bei dem viele Menschenleben auf dem Spiel stehen, ein Problem, wenn Kommunikation zwischen Zugdienstleitung, Signalen und Zugführern zukünftig über eben jenen unsicheren Standard stattfinden soll.

Mehr Infos zu den Sicherheitslücken in unseren Handynetzen findet ihr auch hier bei mir im Blog: Im März habe ich alle Details dazu schon einmal für die Sendung mit dem Internet aufgeschrieben.

Nachdem ihr das Video nun gesehen habt: Wie sieht’s aus? Könnt ihr jetzt noch ohne erhöhten Puls in den Zug steigen? Oder seht ihr das alles nicht so dramatisch?

Too much Zug fahr’n.


Foto von Michel Balzer (CC BY-NC 2.0)

Es ist einer dieser Tage gewesen, an denen ich viel zu viel und viel zu lang in Zügen saß. Nicht, dass man mich falsch versteht: Ich mag Zug fahren sehr, und liebe es eigentlich seit meiner Kindheit. Aber, irgendwann ist eben auch gut.

Herne, Mitte – Düsseldorf, Hafen: 1 h 30 min bis 2 h

Arbeit: 3 h

Düsseldorf, Hafen – Münster, Uni: 2 h

Arbeit: 1 h

Münster, Uni – Herne, Mitte: 1 h 30 min

Das sind insgesamt also fast 5 Stunden und 30 Minuten nur auf Achse. Die Gründe dafür liegen teilweise darin, dass ich der Kosten wegen nur den Regionalverkehr und keine Fernverkehrszüge nutze. Das ist auch gut so. Aber dafür habe ich eben auch zum Beispiel keine so bequemen Sitze und keine Steckdose am Platz. Und das nervt gelegentlich.

Zum anderen liegt die lange Fahrzeit natürlich auch an den Strecken, die ich täglich zurücklege. NRW ist nun mal groß. Na klar freue ich mich, dass ich mit meinem Semesterticket im ganzen Bundesland umherfahren darf. Doch es dauert eben und dauert und dauert …

Ja, ich weiß, das sind alles ziemliche Luxusprobleme. Aber nach einem Tag wie heute musste es trotzdem mal raus.

P.S.: Wer spendiert mir eine Mobility BahnCard 100 (bzw. eine „Schwarze Mamba“, wie Harald Schmidt sie einmal nannte)?