Rückblick: Webvideopreis 2012


ORF-Redakteur Dieter Bornemann freute sich über den Jury-Preis. Foto: Alexander Sauer.

Am Wochenende war Düsseldorf voll von Prominenz – und zwar Internetprominenz! Am Samstag Abend wurde das zweite Mal überhaupt und das erste Mal in Düsseldorf der Webvideopreis im Savoy Theater verliehen. 500 geladene Gäste waren da, und feierten ihre Stars von YouTube, Vimeo und Co. Denn, im Mittelpunkt des Preises standen die Macher von Videos auf solchen Plattformen. Ausgezeichnet wurden insgesamt 14 verschiedene Künstler in neun Kategorien.

Ich war für Antenne Düsseldorf und die Sendung mit dem Internet mit dabei:

Die großen Preisträger

Die meisten Jury-Preise gingen an „alte Hasen“ im Videogeschäft: die Journalisten von der österreichischen Nachrichtensendung „Zeit im Bild“ im ORF. Mit einem YouTube-Video hatten sie dagegen protestiert, dass Politiker immer wieder versuchen auf den Sender Einfluss zu nehmen, zuletzt bei der Frage einer internen Stellenbesetzung.

In der Kategorie „IMHO“/„In My Humble Opinion“ erhielten die ORF-Journalisten sowohl Jury- als auch Publikumspreis. Dazu wurden sie in der „Best of“-Rubrik „Epic“ ebenfalls mit dem Jury-Preis ausgezeichnet. Die beiden anwesenden Redakteure Dieter Bornemann und Fritz Wendl freuten sich sehr über die Auszeichnungen und verstanden sie als „Preise für Medienfreiheit“.


Die Jungs von Y-Titty waren die Favoriten des Publikums beim Webvideopreis. Foto: Alexander Sauer.

Die Lieblinge der Zuschauer mit gleich zwei Publikumspreisen waren hingegen die Jungs vom Comedy-Projekt „Y-Titty“ aus Köln. Auf YouTube produzieren sie unter diesem Synonym jede Woche neue Sketche, Parodien und andere Videos. Ausgezeichnet wurden sie beim Webvideopreis für eine Kooperation mit dem YouTuber Gronkh, eine Parodie im echten Leben des Computerspiels „Grand Theft Auto“:

Spannende Projekte

Auch eine Düsseldorferin stand auf der Nominiertenliste, und zwar in der Kategorie „AAA“/„Academy Approved Art“: Die Studentin Anne Lucht hatte für die iPhone-App „Synse THAG“, mit der jeder elektronische Musik machen kann, ein Musikvideo gedreht. Dabei tanzen Pixelwesen über die Straßen und an bekannten Orten von Düsseldorf:

Gereicht hat es für sie leider nicht, trotzdem freute sie sich darüber, dabei gewesen zu sein. Außerdem habe ihr allein die Nominierung viel Aufmerksamkeit eingebracht.

In der Kategorie „FYI“/„For Your Information“ erhielt Pete Schilling für seinen Film „Mad World“ den Publikumspreis. In der halbstündigen Dokumentation, die er als seine Abschlussarbeit an der FH Trier drehte, erzählen die Kandidaten von Reality-Soaps und Casting-Shows im Fernsehen von ihren Erfahrungen.

Darüber steht die Frage nach Realität: ob und wie viel Realität im Fernsehen steckt, und was das für die Darsteller und für uns Zuschauer bedeutet.

Nachklang

Ich persönlich fand den Webvideopreis einen sehr gelungenen Abend. Zwar war alles furchtbar unorganisiert, es gab viel Gedränge, und am Anfang funktionierte bei diesem wundervollen Grußwort von Düsseldorfs Oberbürgermeister Elbers der Ton nicht …

… doch das störte eigentlich niemanden wirklich. Am Ende steht für mich die Erkenntnis, dass in YouTube, Vimeo & Co. noch viel mehr Kreativität und Potenzial steckt, als ich vorher angenommen habe. Ich könnte hier noch viel mehr tolle Videos posten – aber dann würde mein Flash-Player im Browser wohl die Biege machen.

Kompliment an die Organisatoren für die tolle Leistung, und ich bin in jedem Fall gespannt auf nächstes Jahr, wenn der Webvideopreis wahrscheinlich noch eine Nummer größer wird. Keep the shows coming!