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Audiovisueller Rückblick: Castor 2011


„Castor 2011: Sons of the Resistence“. Foto: Montecruz Foto

Der Castor-Transport nach Gorleben Ende November hat ganz Deutschland in Atem gehalten: 126 Stunden hat er gedauert, begleitet von ständigem, aktivem Protest der Atomkraftgegner. Ganz gleich wie man zur Atomkraft, zur Energiewende oder zur Suche nach einem geeigneten Endlager für Atommüll steht: Ignorieren kann diese Proteste niemand mehr.

Umso spannender ist die audiovisuelle Reportage von Gregor Fischer (Fotos) und Deborah Seifert (Text, Interviews), die heute auf Spreeblick erschienen ist:

„[…] Das Wendland ist dem Durchschnittsdeutschen unbekannt. Die Elbe fließt hier, es gibt Kühe und Ortschaften mit komischen Namen: Dickfeitzen. Salderatzen. Tolstefanz. Und Gorleben. Unweit von dem kleinen Ort an der Lüchower Straße steht eine unauffällige Wellblechhalle. Hier lagern 95 Castorbehälter und fünf andere Atommüllbehälter, oberirdisch. Dieses Jahr sollen 11 weitere Castoren dazukommen. Die Anwohner im Wendland streiten mittlerweile nicht mehr mit Politikern über erhöhte Strahlungsmesswerte. Aber sie erzählen, dass seit einigen Jahren nur noch Mädchen um Gorleben geboren werden.

DO 14:00 – Die Strecken nach Wörth und Saarbrücken werden von Hubschraubern abgesucht.

Seit 1984 wird Atommüll nach Gorleben transportiert und oberirdisch gelagert. Genauso lange protestieren Aktivisten dagegen. Dagegen, dass seit über 50 Jahren Deutschland laufend neuen Atommüll produziert, von dem niemand weiß, wie man ihn ungefährlich entsorgt. Und dagegen, dass sich das Zwischenlager bei Gorleben langsam, aber sicher zu einem Endlager entwickelt. Nicht nur Aktivisten sehen den Salzstock, in dem der Atommüll gelagert werden soll, als ungeeignet und gefährlich an. Kein Wunder – wer will schon Atommüll in seinem Vorgarten haben? […]“

Text: Deborah Seifert auf Spreeblick

Ein auch in seiner Gänze sehr lesenswerter Text – angereichtert mit starken Bildern und O-Tönen von Beteiligten. Absolute Leseempfehlung!

In diesem Zusammenhang interessant ist übrigens auch folgender Bericht von ZAPP, dem Medienmagazin des NDR, über Behinderungen der Pressearbeit während des Castor-Transports:

Netzrückblick • 23.03.2011

An dieser Stelle, in der Rubrik „Netzrückblick“, stelle ich in mehr oder minder regelmäßigen Abständen meine Links der letzten Tage vor – also die Artikel, die ich ganz persönlich spannend und lesenswert fand. Vielleicht ist für Euch, liebe Leser_innen, ja auch etwas dabei.

Da ich länger nichts mehr in dieser Kategorie gepostet habe, sind die Artikel diesmal nach Datum geordnet, beginnend mit den ältesten.

NRW muss Zwangsouting beenden (Ruhrbarone)
In nordrhein-westfälischen Gefängnissen müssen HIV-positive Insassen ihren Status ihren Zellengenossen mitteilen – ein unhaltbarer Zustand. Der Artikel ist zwar einen Monat alt, hat aber meines Wissens nach nichts von seiner Aktualität verloren.

Qualitätsprobleme im Journalismus und ihre Ursachen (netzpolitik.org)
Wer es noch nicht gesehen hat: Sieben namhafte Medienmenschen sprechen im Ausschuss für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag über Journalismus, Qualität des Journalismus, und die Zukunft des Journalismus. Ziemlich lang, aber sehr spannend!

Die Reifenprüfung (Spreeblick)
Einfach ein wunderbarer Kurzfilm mit einer unerwarteten und sehr witzigen Wendung zum Schluss.

Ich muss passen (G! – gutjahr’s blog)
Richard Gutjahr über das Übel der Passwörter und Nummern, die wir uns an verschiedensten Stellen merken müssen. Ich habe da ja mein System. Aber das verrate ich niemandem ;)

Befragung für Schwule und Lesben mit Kinderwunsch (PRIDE1)
Bitte, so ihr „betroffen“ seid bzw. in die Zielgruppe passt, mitmachen, und der Wissenschaft weiterhelfen. Noch läuft die Befragung!

Übrigens … das musste mal gesagt werden (Spreeblick)

Sehr schönes, aufklärendes und gleichzeitig humoristisches Erklärstück zur AKW-Katastrophe in Japan, das ich hier der Einfachheit halber jetzt mal einbinde …

In Gold We Trust (Computerlove)
Unter dem Titel „The world has changed“ hat Stephane Massa-Bidal berühmte Sprüche und Überschriften neu formuliert, und daraus gleich noch neue (und ziemlich schicke) Plakate gemacht. Sehr beeindruckend!

„Was haben Knopfaugen und Schnitzel gemeinsam?“ (Anke Gröner)
Sehr wahre Passage über Vegetarismus aus dem Text „Das Tier und wir“ für den Tagesspiegel.

Timeline: Proteste in der arabischen Welt (netzpolitik.org)
Der britische Guardian hat die Unruhen in Nordafrika in den letzten Monaten auf sehr eindrucksvolle Weise visualisiert. Toll!

Die meisten dieser Links entdecke ich übrigens über Google Reader beim Durchforsten meiner RSS-Abonnements. Alles, was ich darüber weiterempfehle, findet ihr auf meinem Google-Reader-Profil.

Netzrückblick • 22.02.2011

An dieser Stelle, in der Rubrik „Netzrückblick“, stelle ich in mehr oder minder regelmäßigen Abständen meine Links der letzten Tage vor – also die Artikel, die ich ganz persönlich spannend und lesenswert fand. Vielleicht ist für Euch, liebe Leser_innen, ja auch etwas dabei.

Und ja, ich weiß, dass es heute ziemlich viele Links sind. Aber was kann ich für das tolle Internet?

„Wir können machen, was wir wollen“ (Mediatopia; via Hendryk Schäfer)
„Mit dem Blog “Mein Quartier” ist das Hamburger Abendblatt in den hyperlokalen Journalismus eingestiegen. Journalistikstudentin Caro Ritgen hat Mediatopia erzählt, wie ihr Job als Stadtteilreporterin aussieht.“ Sehr spannendes Interview über ein ziemlich innovatives Projekt. Lokaljournalismus der Zukunft, und so.

„5 Thesen zur Zukunft des Fernsehens (G! – gutjahr’s blog; via CARTA)
Richard Gutjahr wurde einmal als der Prototyp einer neuen Generation von Journalisten beschrieben. Das halte ich für übertrieben, und auch für zu platt. Trotzdem hat er sich einige sehr schlaue Gedanken zur Zukunft des Fernsehens und eigentlich allgemein aller Medien gemacht.

„Ich gestehe“ (SPRENGSATZ; via Hendryk Schäfer)
Michael Spreng hat bei seiner Latein-Abiturprüfung betrogen. Jetzt ist er bereit, sein Reifezeugnis wieder abzugeben …

„Amazon launches Prime instant videos, unlimited streaming for Prime subscribers“ (Engadget)
Bezahlende „Prime“-Kunden von „Amazon“ können in den USA ab sofort Filme ganz legal und kostenlos auf ihrem Computer streamen. Zudem können Filme auch – wie bisher – für drei Tage geliehen oder ganz gekauft werden. Der neue Service ähnelt damit nicht nur „iTunes“ (wo auch deutsche Kunden Filme leihen können) sondern vor allem auch dem nur in den USA verfügbaren Dienst „Netflix“. So, und wann kommt das nun nach Deutschland?

„Volker Pispers: Bis neulich 2010“ (Nerdcore)
Auch wenn ich ihm nicht in allen Punkten zustimme: 45 Minuten, in denen ich viel und herzlich gelacht habe.

Planetarium Bochum – „Wir holen Ihnen die Sterne vom Himmel“ (Der Teilzeitblogger)
Ich war lange nicht mehr im Planetarium, und dieser Text hat mich ermuntert, doch mal wieder eine solche Vorstellung zu besuchen.

„The World Is Obsessed With Facebook“ (Spreeblick)
Sehr nette Infografik-Animation mit toller Musik und vielen spannenden Zahlen rund um Facebook. Henning Bulka likes this.

„Colour Web Clock“ (Spreeblick)
Diese Uhr im Browser verdeutlicht sehr schön die Funktionsweise des hexadezimalen Farbensystems.

Qualithemes.com (via Daniel Fiene/@fiene)
WordPress ist das Content Management System (CMS) meiner Wahl, und zwar für so ziemlich jeden Typ – weil man beinahe alles daraus machen kann! Diese tolle Website, Qualithemes.com, sammelt hochqualitative WordPress-Layouts (das ist der Anspruch), und dabei sind sogar über 50 kostenlose Themes. Ihr bloggt selbst? Unbedingt anschauen, eine tolle Fundgrube!

Die meisten dieser Links entdecke ich übrigens über Google Reader beim Durchforsten meiner RSS-Abonnements. Alles, was ich darüber weiterempfehle, findet ihr auf meinem Google-Reader-Profil.