Schlagwort: Nordrhein-Westfalen

Düsseldorfs Politiker: Nur ein Viertel nutzt die sozialen Medien

Debatte im Deutschen Bundestag | Foto: Deutscher Bundestag / Marc-Steffen Unger

Nur ein Viertel der Politiker aus Düsseldorf auf Europa-, Bundes-, Landes- und Kommunalebene nutzen bisher regelmäßig soziale Medien zur Kommunikation mit den Bürgern. Das zeigt eine Analyse, die ich für Antenne Düsseldorf und die Sendung mit dem Internet durchgeführt habe.

So langsam fängt sie wieder an, die Wahlstimmung im Land. Schließlich wird schon (sic!) im Herbst 2013 der nächste Bundestag gewählt. Und pünktlich zur Wahlzeit und zum Wahlkampf packen viele Politiker dann plötzlich auch Kommunikationsmethoden aus, die sie vorher nicht genutzt haben. Das ist zwar einerseits schön – andererseits sollten sie dann natürlich auch dabei bleiben. Ich habe deshalb einmal für Antenne Düsseldorf, das Radio für die Stadt Düsseldorf, geschaut, wie denn die Politikerinnen aus der Stadt soziale Medien nutzen.

Die Analyse

Ausgangspunkt war meine Idee, eine Twitterliste für die Volksvertreter aus der Stadt zu erstellen. Die gibt es jetzt auch und heißt ganz einfach Düsseldorfer Politiker. Momentan zählt sie 30 Mitglieder, vornehmlich aus der Nicht-Kommunalpolitik. Für diese Liste habe ich die Namen aller Rats- und Bezirksvertretungsmitglieder der Stadt Düsseldorf, sowie die Namen aller gewählten Volksvertreter im Landtag NRW, im Bundestag und im Europaparlament in die Twittersuche eingegeben. Diese Ergebnisse fand ich zunächst einmal spannend, hielt es dann aber auch für interessant, auch Facebook und Google+ mit in die Analyse einzubeziehen.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt war es mir wichtig, die Ergebnisse an einer Stelle zu bündeln. Dafür habe ich ganz einfach Google Documents benutzt und dort ein schönes großes Spreadsheet erstellt.

Das Google Spreadsheet zur Analyse

Zugegeben: Ich habe für die Analyse der weiteren sozialen Medien nicht noch einmal alle 409 (!) Mitglieder im Düsseldorfer Rat sowie in den diversen Bezirksvertretungen und Ausschüssen abgeklopft, sondern mich auf folgende Gruppen beschränkt:

  • Düsseldorfer Europaabgeordnete
  • Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete
  • Düsseldorfer Landtagsabgeordnete
  • Düsseldorfer Ratsmitglieder
  • Düsseldorfer Parteivorstände (leitende Funktion, keine Beisitzer o.ä.)

Die insgesamt 143 untersuchten Politikerinnen und Politiker habe ich anschließend noch nach Parteien sortiert. Mit einbezogen habe ich dabei auch die Düsseldorfer Lokalpolitiker der Piraten, zumindest aus dem Vorstand, auch wenn sie noch nicht gewählt sind.

Jedes Profil, das ich gefunden habe, habe ich anschließend noch in die Kategorien „aktuell“, „länger nicht genutzt“ und „noch nie genutzt“ eingeteilt. Als „aktuell“ habe ich dabei alle gelten lassen, die innerhalb der letzten zwei Monate (Oktober und November 2012) etwas geschrieben haben. Unter „noch nie genutzt“ fielen naturgemäß außerdem jene Profile, die nicht öffentlich betrieben werden – in Bezug auf Bürgerkommunikation kommt das schließlich einer Nichtnutzung gleich.

Die Ergebnisse

So sieht die prozentuale Verteilung der in den sozialen aktiven Politikerinnen und Politiker aus Düsseldorf über die Parteien hinweg aus.

Die Ergebnisse der Analyse sind einigermaßen ernüchternd. Von den 143 untersuchten Politikerinnen und Politikern aus Düsseldorf haben nur 37 in den letzten zwei Monaten regelmäßig öffentlich etwas auf Facebook oder Twitter geschrieben oder mit anderen interagiert. Das sind 25,9 Prozent.

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NRW-Streit: Videoüberwachung in Taxis?


Dauerhafte Videoüberwachung – ein sinnvoller Schutz der Fahrer_innen? Foto © Martin Gapa / pixelio.de

Videoüberwachung in allen Taxis in Düsseldorf und NRW – damit wollen die Taxibetreiber ihre Fahrer_innen besser vor Übergriffen durch Fahrgäste schützen und die Aufklärung solcher Vorfälle erleichtern. Klar, dass das nicht nur auf Gegenliebe stößt.

Die Thematik und der Streit darum waren einer der Schwerpunkte gestern Morgen bei Antenne Düsseldorf. Für die zwei Programm- und mehrere Nachrichtenstücke habe ich mit den beiden Düsseldorfer Taxibetreibern Rheintaxi und Düsseldorf Taxi telefoniert, und außerdem mit dem Landesdatenschutzbeauftragten in NRW, Ulrich Lepper, gesprochen.

Hier zum Einstieg ins Thema das Kollegengespräch von 7.07 Uhr am 22.12.2011 auf Antenne Düsseldorf, in dem ich mit Morgenmoderatorin Tanja Marschal über die Details und Argumente des Streits gesprochen habe.

Die Diskussion ist aber nicht nur ein Düsseldorfer Thema, sondern findet momentan für ganz NRW statt. Aufmerksam wurde unser CvD nämlich auf den Streit durch eine DPA-Meldung, die den Vorsitzenden des Taxi-Verbands NRW mit der Forderung nach einer dauerhaften Videoüberwachung in Taxis zitierte.

Doch noch einmal ganz von vorne: Wie kommen die Datenschützer und Taxibetreiber eigentlich auf die Idee einer Videoüberwachung in Taxis? Hintergrund ist ein Feldversuch in Bremen, bei dem der Einsatz von Videoüberwachung laut Taxi-Verband NRW die Anzahl der Übergriffe auf fast Null senken konnte – und fanden doch Angriffe auf Fahrer_innen statt, dann wurden sie schnell aufgeklärt. Klingt alles nach deutlichen Argumenten für eine 24-Stunden-Videoüberwachung in Taxis – wenn die Daten nach kurzer Zeit automatisch wieder gelöscht würden und nur die Behörden im Falle eines Übergriffs darauf Zugriff hätten.

Doch natürlich sind die Einwände der Datenschützer im Düsseldorfer Kreis ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Schließlich entstünde so eine große Anzahl von Videodaten zumeist unbescholtener Bürger. An dieser Stelle kam von Taxibetreiberseite das beinahe klassische Argument: Wer nichts Schlimmes tut, hat doch auch nichts zu verbergen!

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Too much Zug fahr’n.


Foto von Michel Balzer (CC BY-NC 2.0)

Es ist einer dieser Tage gewesen, an denen ich viel zu viel und viel zu lang in Zügen saß. Nicht, dass man mich falsch versteht: Ich mag Zug fahren sehr, und liebe es eigentlich seit meiner Kindheit. Aber, irgendwann ist eben auch gut.

Herne, Mitte – Düsseldorf, Hafen: 1 h 30 min bis 2 h

Arbeit: 3 h

Düsseldorf, Hafen – Münster, Uni: 2 h

Arbeit: 1 h

Münster, Uni – Herne, Mitte: 1 h 30 min

Das sind insgesamt also fast 5 Stunden und 30 Minuten nur auf Achse. Die Gründe dafür liegen teilweise darin, dass ich der Kosten wegen nur den Regionalverkehr und keine Fernverkehrszüge nutze. Das ist auch gut so. Aber dafür habe ich eben auch zum Beispiel keine so bequemen Sitze und keine Steckdose am Platz. Und das nervt gelegentlich.

Zum anderen liegt die lange Fahrzeit natürlich auch an den Strecken, die ich täglich zurücklege. NRW ist nun mal groß. Na klar freue ich mich, dass ich mit meinem Semesterticket im ganzen Bundesland umherfahren darf. Doch es dauert eben und dauert und dauert …

Ja, ich weiß, das sind alles ziemliche Luxusprobleme. Aber nach einem Tag wie heute musste es trotzdem mal raus.

P.S.: Wer spendiert mir eine Mobility BahnCard 100 (bzw. eine „Schwarze Mamba“, wie Harald Schmidt sie einmal nannte)?

Netzrückblick • 23.03.2011

An dieser Stelle, in der Rubrik „Netzrückblick“, stelle ich in mehr oder minder regelmäßigen Abständen meine Links der letzten Tage vor – also die Artikel, die ich ganz persönlich spannend und lesenswert fand. Vielleicht ist für Euch, liebe Leser_innen, ja auch etwas dabei.

Da ich länger nichts mehr in dieser Kategorie gepostet habe, sind die Artikel diesmal nach Datum geordnet, beginnend mit den ältesten.

NRW muss Zwangsouting beenden (Ruhrbarone)
In nordrhein-westfälischen Gefängnissen müssen HIV-positive Insassen ihren Status ihren Zellengenossen mitteilen – ein unhaltbarer Zustand. Der Artikel ist zwar einen Monat alt, hat aber meines Wissens nach nichts von seiner Aktualität verloren.

Qualitätsprobleme im Journalismus und ihre Ursachen (netzpolitik.org)
Wer es noch nicht gesehen hat: Sieben namhafte Medienmenschen sprechen im Ausschuss für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag über Journalismus, Qualität des Journalismus, und die Zukunft des Journalismus. Ziemlich lang, aber sehr spannend!

Die Reifenprüfung (Spreeblick)
Einfach ein wunderbarer Kurzfilm mit einer unerwarteten und sehr witzigen Wendung zum Schluss.

Ich muss passen (G! – gutjahr’s blog)
Richard Gutjahr über das Übel der Passwörter und Nummern, die wir uns an verschiedensten Stellen merken müssen. Ich habe da ja mein System. Aber das verrate ich niemandem ;)

Befragung für Schwule und Lesben mit Kinderwunsch (PRIDE1)
Bitte, so ihr „betroffen“ seid bzw. in die Zielgruppe passt, mitmachen, und der Wissenschaft weiterhelfen. Noch läuft die Befragung!

Übrigens … das musste mal gesagt werden (Spreeblick)

Sehr schönes, aufklärendes und gleichzeitig humoristisches Erklärstück zur AKW-Katastrophe in Japan, das ich hier der Einfachheit halber jetzt mal einbinde …

In Gold We Trust (Computerlove)
Unter dem Titel „The world has changed“ hat Stephane Massa-Bidal berühmte Sprüche und Überschriften neu formuliert, und daraus gleich noch neue (und ziemlich schicke) Plakate gemacht. Sehr beeindruckend!

„Was haben Knopfaugen und Schnitzel gemeinsam?“ (Anke Gröner)
Sehr wahre Passage über Vegetarismus aus dem Text „Das Tier und wir“ für den Tagesspiegel.

Timeline: Proteste in der arabischen Welt (netzpolitik.org)
Der britische Guardian hat die Unruhen in Nordafrika in den letzten Monaten auf sehr eindrucksvolle Weise visualisiert. Toll!

Die meisten dieser Links entdecke ich übrigens über Google Reader beim Durchforsten meiner RSS-Abonnements. Alles, was ich darüber weiterempfehle, findet ihr auf meinem Google-Reader-Profil.