Schlagwort: Freiheit

Die #rp13 steht bevor. Zeit für den Abwasch!

re:publica 13

Es ist viel zu lang her, dass ich hier das letzte Mal etwas geschrieben habe, und es ist viel zu viel passiert in den letzten Wochen. Deshalb würde ich sagen: Bevor ich mich ab morgen ins re:publica-2013-Abenteuer stürze ist es Zeit für den Abwasch!

1. Von der Emscher an den Rhein

Jetzt ist es schon über einen Monat her, aber: Ich bin umgezogen! Seit Ende März residieren mein Freund ich nicht mehr im herrschaftlichen Herner Stadtteil Baukau sondern stattdessen im hippen, studentischen Bilk in Düsseldorf. Seitdem fühle ich mich auch direkt wesentlich großstädtischer als vorher – mit der tollen Geissel direkt um die Ecke und mehreren 1-Uhr-Buden zu meiner direkten Verfügung. Hinzu kommt die Nähe zum Rhein, tolle Cafés und eine unglaubliche Masse an großen und kleinen Läden, die ich alle noch gar nicht komplett erkunden konnte.

Am großartigsten ist aber um ehrlich zu sein die drei Mal bessere Verkehrsanbindung als vorher: Ich kann mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren! In unter zehn Minuten! Und damit direkt zum nächsten Punkt.

Antenne Düsseldorf Logo

2. Full-Time-Radio-Guy

Seit dem 1. April kann ich endlich Vollzeit das tun, was ich am liebsten mache und glaube ich auch ganz gut kann: Radio! Antenne Düsseldorf ist meine neue alte Heimat als Radiomacher im Rahmen eines zweijährigen Volontariats – und ich bin furchtbar glücklich dort. Ein tolles Team und eine tolle Stadt ergeben wunderbare Voraussetzungen für tolles Radio, und ich habe großen Spaß daran, jeden Tag mit daran zu arbeiten.

Du hast Lust, auch mal was mit Radio zu machen? Wir suchen ständig fähige und engagierte Radio- und Online-Praktikanten!

3. So much for education!

Mit dem Beginn des Volontariats ergibt sich auch eine weitere Änderung: Ich habe mein Studium abgeschlossen! Also so fast. Aktueller Stand: Alle Prüfungsleistungen sind erfolgreich verbucht und auch meine Bachelor-Arbeit wurde positiv bewertet. Jetzt warte ich also im Prinzip nur noch auf den Brief vom Uni-Dekan.

Mein Fazit des Studiums? Nennen wir es eine „erfahrungsreiche Zeit“, in der ich genug Ruhe hatte, mir ohne Stress Gedanken über bestimmte Dinge zu machen, in der ich Erfahrungen sammeln konnte – und nach der ich aber auch weiß, was ich nicht machen will, nämlich eine universitäre Karriere weiter zu verfolgen. Ich will wissen, was am Ende des Tages aus meiner Arbeitszeit geworden ist, und da ist ein Radiobeitrag oder eine erfolgreiche Nachrichtenschicht doch sinnstiftender für mich als die nicht enden wollende Arbeit an einem Forschungsprojekt.

Und jetzt?

Doch was kommt jetzt? Ganz einfach: Ich freue mich auf die kommenden zwei Jahre, in denen ich mich als Radiomacher ganz einfach austoben kann. Ob Formate, Herangehensweisen, neue Themen oder auch das Austesten eigener Grenzen der Belastbarkeit – das Volontariat wird glaube ich eine sehr spannende Zeit.

Als Außenstation, die in jedem Volontariat möglich ist, wünsche ich mir einen Aufenthalt in der Berliner Hauptstadtpresse oder aber der Besuch eines Europastudios in Brüssel. Ob es klappen wird, weiß ich nicht, aber das ist auch das Schöne: Ich habe jetzt einfach Zeit und Ruhe, das zu tun, was ich möchte.

In diesem Sinne: Liebe re:publica in Berlin, ich komme!

Rückkehr der Symbolpolitik. Kommentar.


Regenbogen vs. Braun. Grafik: Henning Bulka. Lizenz: CC-BY-SA 3.0.

Ich bin erschüttert (wenn auch nicht sonderlich überrascht) über die symbolpolitischen Vorschläge der vergangenen Tage. NPD-Verbot, Vorratsdatenspeicherung – alles schon mal gehört. Was werden wir als nächstes hören? Hans-Peter Friedrich schlägt das Sperren von Neonazi-Websites vor? Es wäre nur zu typisch.

http://twitter.com/alexschestag/status/137828260171087872

Mich erinnert die aktuelle Lage ein wenig an die Vergleiche, die zwischen Norwegen und Deutschland im Juli diesen Jahres nach den Anschlägen in Oslo und Utøya gezogen wurden. Sicher, die Vorfälle lassen sich nur begrenzt vergleichen, doch sie tragen den gleichen Federstrich: Terror und Gewalt gegen Andere – ob nun Andersdenkende oder vermeintlich Andersartige.

„Wie Norwegens Ministerpräsident auf die grausamen Anschläge reagiert, ist beeindruckend. Er beschwört die Freiheit, nicht Vergeltung.“

Einleitung zu „Norwegens Art, die Freiheit zu verteidigen“, ZEIT Online, 25. Juli 2011

Die Frage stellt sich auch für uns: Wie gehen wir mit Terror – nicht nur von rechts sondern auch allgemein – um? Lassen wir uns davon wirklich in unseren Grundfesten erschüttern und stecken wir deshalb zurück in unseren Freiheits- und Grundrechten? Oder stehen wir anstattdessen noch fester zur Demokratie und unseren Werten?

Eine Reform des Verfassungsschutzes im Detail erscheint angesichts der Ermittlungspannen in der Tat sinnvoll. Auch ein stärkeres Problembewusstsein in Bezug auf extremistische Kreise und daraus abgeleitetes Handeln sind dringend nötig.

Ein Verfallen in immer gleiche Restriktions- und Überwachungsforderungen ist jedoch dem Zeitgeist nicht mehr angemessen.