Schlagwort: DerWesten

DerWesten.de macht auf Xenophobie.

Ganz ehrlich: Ich bin kein großer Fan von Rants, von aufgebauschten Diskussionen zu nicht wirklich relevanten Themen, und normalerweise versuche ich, mich vor Aufregerbeiträgen zu hüten. Aber heute kann ich nicht anders. Der Grund dafür ist das hier:

Diese Grafik stammt aus einem Beitrag mit dem Titel „20 Gründe, warum wir eh nicht nach Dänemark wollen“, der heute auf DerWesten.de – dem regionalen Nachrichtenportal in meiner Gegend – veröffentlicht wurde. Dieser bezieht sich zunächst einmal auf die von Dänemark kürzlich verschärften Grenzkontrollen, die – meiner Meinung nach zu Recht – für viel Diskussion gesorgt hatten.

Normalerweise hätte ich den Artikel wahrscheinlich gar nicht bemerkt, wenn nicht sowohl der Haupt-Twitteraccount von der DerWesten.de als auch der Twitter-Account des Regiodesk in Bochum dieses Machwerk noch beworben hätten.

Ein Autor für den Beitrag ist nicht vermerkt – wohl aus gutem Grund. Denn im Prinzip besteht der Artikel nur aus einem: Xenophobie und Rassismus. In einem der Nennung nicht werten, absolut abschätzigen Ton wird über Dänemark hergezogen, unseren nördlichsten Nachbarn, und ein Land, das viele von uns mindestens schon einmal im Urlaub besucht haben. Es werden – wie der Titel schon andeutet – insgesamt zwanzig Gründe angeführt, warum Dänemark – und die Dänen! – angeblich ganz furchtbar seien, und man es und sie deshalb nicht mehr brauche. Ich weiß, dass das wohl ein witzig gemeinter Beitrag sein soll, aber irgendwann hört der Spaß eben auf.

Read More

So funktioniert das nicht, liebe WAZ …

„Was? Die sind alle auf dem iPad? Dann müssen wir da auch hin!“ So oder so ähnlich mag die Devise gelautet haben, als man in der Chefetage der WAZ Mediengruppe beschloss, die Zeitungen des eigenen Hauses in digitaler Form auf Apples Tablet zu bringen. Heute nun wurde die App, wie es sich so schön nennt – ich überlege, ob ich nicht einfach „Progrämmchen“ sagen sollte, weil es so süß klingt – im App Store veröffentlicht. Darüber berichtet nicht nur DerWesten.de sondern auch das von mir hoch geschätzte Pottblog.


Der WAZ Zeitungskiosk im App Store

Schön und gut, soweit. Ich selber habe kein iPad, würde mir aber wenn dann wohl auch eher ein Android-Tablet kaufen, weshalb ich sowieso per se keine Zielgruppe für die neue WAZ-App bin (obwohl ich nun im Ruhrgebiet wohne, und die WAZ hier in Herne „meine“ Tageszeitung wäre). Doch ein paar Dinge sind mir in der genauen Ausgestaltung der Tablet-Umsetzung doch sauer aufgestoßen.

Read More

Was ich schon immer einmal zur „Twitter- und Facebook-Generation“ sagen wollte.


Die typischen Digital Natives von heute. Oder so. | Foto: Thomas Angermann (CC BY-SA 2.0)

Nun denn, da hat also mal wieder jemand von der WAZ einen Bock geschossen. Genauer gesagt: der Kollege Dirk Hautkapp, und zwar in einem Artikel mit dem nichts Gutes vermuten lassenden Titel: „Wird zu Guttenberg nun aus dem Amt getwittert?“

In eben jenem Artikel dreht es sich, wie so ziemlich alle Internettexte dieser Tage in den „alten Medien“, um die Plagiats-Affäre rund um Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (ich kommentierte). Genauer gesagt nimmt sich Hautkapp der frisch aus dem Boden gestampften Plattform „GuttenPlag Wiki“ an, wo derzeit viele verschiedene Menschen die Doktorarbeit des Freiherrn unter die Lupe nehmen und auf Stellen untersuchen, an denen er abgeschrieben hat. Soweit so gut. Ich würde es als einen „klassischen“ Fall neuer Mediennutzung einordnen – ganz spannend, aber auch nicht wirklich diskussionswürdig.

Anders sieht das da Herr Hautkapp:

„Die Twitter- und Facebook-Generation ist gerade dabei, ihren Helden ‚KT‘ zu entzaubern. Zu Hunderten suchen die User nach weiteren Plagiaten in der Doktorarbeit des Verteidigungsministers.“

Und weiter:

„‚Eine Karriere scheinbar aus dem Nichts. Der erste deutsche Spitzenpolitiker der Twitter- und Facebook-Generation.‘ Worte von Alt-Außenminister Joschka Fischer. Geschrieben zu einer Buchvorstellung über das Phänomen Karl-Theodor zu Guttenberg nächste Woche. Die Sätze transportieren bittere Ironie. Die Twitter- und Facebook-Generation ist gerade dabei, ihren Helden ‚KT‘ zu schreddern.“

Ich weiß ganz ehrlich nicht, wo der Kollege Hautkapp das alles her hat. Nicht nur das mit der „Twitter- und Facebook-Generation“, sondern auch ganz allgemein. Ich möchte dazu gerne zwei Dinge klarstellen.

Read More

Netzrückblick • 17.02.2011

In Zukunft möchte ich an dieser Stelle, in der Rubrik „Netzrückblick“, in mehr oder minder regelmäßigen Abständen meine Links der letzten Tage posten – also die Artikel, die ich ganz persönlich spannend und lesenswert fand. Vielleicht ist für Euch, liebe Leser_innen, ja auch etwas dabei.

„WAZ sollen wir lesen? das zeitungsabo-experiment“ (Hendryk Schäfer)
Mein lieber Herr Freund Hendryk hat für zwei Wochen die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ) im Probeabo bezogen, und berichtet nun auf seinem Blog kritisch über seine Erlebnisse und Eindrücke als Leser. Mittlerweile gibt es davon eins, zwei, drei Teile. Unbedingt anschauen!

„Crocodoc Launches Embeddable HTML5 Document Viewer & Annotator“ (Mashable.com)
Die Firma „Crocodoc“ hat einen neuen Dokumenten-Viewer zum Einbetten von PDFs in Websites vorgestellt, der ausschließlich auf den neuen Web-Standard HTML5 setzt. Damit wird die Barrierefreiheit in der Nutzung erhöht, da zum Ansehen der PDFs nur noch ein moderner Browser benötigt wird. Auch iPhone- und iPad-Nutzer können so die PDFs betrachten – sonst sind sie durch die fehlenden Flash-Unterstützung davon ausgeschlossen.

„Homeless People Start Tweeting in New Awareness Initiative“ (Mashable.com, via Luca Hammer)
Vier New Yorker Obdachlose haben im Rahmen einer Bewusstseins-Kampagne (ich weiß, furchtbare Übersetzung von „awareness campaign“) jede_r ein eigenes Prepaid-Handy bekommen, und twittern nun über ihre Erlebnisse auf der Straße. Spannend!

„Am besten die Zukunft verbieten“ (JakBlog)
Christian Jakubetz macht sich (mal wieder) Gedanken über die Unsinnigkeit und die Weltfremdheit in der Argumentation der Verlage, die zwar einerseits auf ein Leistungsschutzrecht pochen, andererseits aber gegen das Regeldiktat von Apple Sturm laufen. Sehr kluge Zeilen von Herrn Jakubetz, die ich denke ich auch so unterschreiben würde.

„Und dann war sie stumm“ (Mädchenmannschaft)
Nachdenklicher Text über die – wortwörtlich – „schweigende Minderheit“ türkischer und arabisch-stämmiger Frauen in Deutschland.

„i think Apple is affecting children’s grammar“ (TUAW)
Ein Grundschullehrer in den USA erlebt, dass immer mehr Kinder das Personalpronomen „I“ (= „ich“) klein schreiben, und es gibt Anzeichen dafür, dass das an den Produkten von Apple liegen könnte. Das ist doch ganz schön gruselig.

„lakepaper »BRIEF made in Germany«“ (PAPIERBOTSCHAFT)
Schickes Briefpapier, made in Germany!

DerWesten Rechercheblog (via Ruhrbarone)
„DerWesten“, das Online-Portal der WAZ-Mediengruppe, hat heute ein sogenanntes „Rechercheblog“ gestartet, in dem aktuelle Geschichten und Themen, an dem das Ressort „Recherche“ arbeitet, veröffentlicht werden sollen. Mal sehen, was daraus wird. Ich bin gespannt.

Handelsblatt.com
Das Handelsblatt hat ein Facelifting erhalten. Das Layout ist jetzt breiter (was gerade auf kleineren Bildschirm störend wirken wird) und eine große, dicke Werbung ist das erste, was Leser_innen auf der Seite zu sehen bekommen. Ansonsten ist das Design aber echt schick geworden!

Die meisten dieser Links entdecke ich übrigens über Google Reader beim Durchforsten meiner RSS-Abonnements. Alles, was ich darüber weiterempfehle, findet ihr auf meinem Google-Reader-Profil.