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Ich bin also gläsern. Und jetzt?

Patriotic security camera. Foto: cjelli. Lizenz: CC BY-NC-ND.

Patriotic security camera. Foto: cjelli. Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0.

Ein Bekannter schrieb mir vor ein paar Tagen: Es würde mich nicht wundern, wenn das noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Damit meinte er die Enthüllungen rund um die Spionage und Vorratsspeicherung der Geheimdienste.

Schon 2011 habe ich aufgeschrieben, dass ich in gewisser Weise abhängig bin – davon, dass meine Daten online gespeichert sind. Meine Kontakte, meine Kalender, meine Mails, meine Notizen. Jetzt, wo klar wird, dass NSA, GCHQ und vielleicht auch BND wohl fast unbeschränkten Zugriff auf all diese Daten hat, merke ich, dass das im Falle meiner Daten nicht nur mich selbst betrifft – was schlimm genug ist –, sondern auch meine Arbeit.

Sicher, ich bin kein Investigativ-Journalist, der alle paar Monate neue Enthüllungen veröffentlicht. Ich arbeite als Lokaljournalist in Düsseldorf. Aber gerade im Lokalen – und im Lichte des rheinischen Klüngels – ist Vertraulichkeit von Kommunikation teils von hoher Bedeutung.

Noch hatte ich keine Situation, in der ich wirklich über Quellenschutz nachdenken musste – aber der Ernstfall kommt früher oder später bestimmt. Ein Interview mit Martin Spindler bei Was mit Medien brachte mich außerdem zum Nachdenken: Wie gehe ich als Journalist damit um, wenn ich eine Telefonnummer bekomme, die ich besser nicht in der Wolke speichere? Wenn jemand mit mir vertraulich elektronisch kommunizieren möchte? Bisher bin ich darauf nicht vorbereitet gewesen.

Nicht zuletzt durch diese Reaktionen, auch auf Facebook, wurde mir bewusst: Ich sollte mir Gedanken darüber machen, vertrauliche Kommunikation zu ermöglichen. Eine Master-Lösung habe ich bisher nicht gefunden – hier jedoch mein jetziges Setup.

Kalender & Kontakte

Ein großer Teil meiner täglichen Organisation und Planung läuft über mein Smartphone und mein MacBook, genauer gesagt: Über die Kalender, die ich von beiden Geräten aus befüllen und einsehen kann. Unerlässlich für mich, um keinen Termin zu verpassen – und zum Beispiel über die Metadaten auch noch einmal spontan die Adresse eines Interviewpartners nachschauen zu können.

Bisher vertraute ich dabei auf Google Calendar. Jetzt habe ich eigene Tatsachen geschaffen, und mir mit ownCloud einen eigenen CalDAV-Server für Kalender angelegt. Es ist bei der Synchronisierung etwas hakeliger als vorher – im Prinzip funktioniert aber alles wie vorher. Einzig auf meinem Android-Smartphone musste ich nachhelfen und mir CalDAV-Sync installieren. Jetzt laufen auch dort alle meine Kalender. Und, für mich im Alltag sehr wichtig: Es gibt ein HTTPS-gesichertes Webinterface.

Ähnlich funktioniert neuerdings meine Kontakte-Verwaltung. Auch diese läuft über ownCloud, und auch hier habe ich neben dem Webinterface eine reibungslose Integration in mein Mac-Adressbuch und über die Erweiterung CardDAV auch die Einbindung in mein Android-Smartphone. Auch wenn natürlich keine technische Lösung endgültige Sicherheit bietet: So kann ich auch vertrauliche Kontakte auf meinem Telefon speichern und synchronisieren, ohne ein zu schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Dokumente

Letztlich könnte ich ownCloud natürlich auch für Dateien nutzen, und so der Dropbox entsagen. Für vertrauliche Recherche-Informationen würde ich das sicherlich auch nutzen. Ein noch größeres Speicherpaket bei meinem Webhoster wäre mir aber aktuell zu teuer. Deshalb liegen die „harmlosen“ Daten weiter auf US-Servern.

Mails

Jetzt zum für mich spannendsten Punkt: Wie sichere ich meine Mails ab – weg von der digitalen Postkarte, hin zur vertraulichen Nachricht? Na, über Mailverschlüsselung! So zumindest mein erster Gedanke. Das Problem ist nur, und das möge man mir verzeihen: Ich komme, was die automatische Mailsortierung angeht, nicht an GMail vorbei. Mehrere Mailadressen laufen in meinem GMail-Konto zusammen. Und: Gerade die neue Mailbox nimmt mir beim Bewältigen der täglichen Mails unglaublich viel Arbeit ab. Das funktioniert aber nur, wenn ich auch auf meinem Smartphone die offizielle GMail-App nutze. Und die mag keine Verschlüsselung.

Mein Ausweg? Ich bin ab sofort unter einer separaten, komplett von Google getrennten Mailadresse auch verschlüsselt zu erreichen: recherche@henningbulka.com. Meinen öffentlichen Schlüssel findet ihr hier: C30738CE (Achtung: Wegen eines Datenverlusts musste ich meinen Schlüssel komplett neu generieren lassen!). Diese Mails rufe ich klassisch über IMAP und das Mail-Programm meines Macs ab. Der Sicherheit wegen habe ich mich dagegen entschieden, den Account auch auf meinem Smartphone einzurichten.

Klar: Es wäre schöner gewesen, alle meine Mails abzusichern, und so auch eine Art Störfeuer rund um die wirklich vertraulichen Mails zu erzeugen. Aber, ich muss auch darauf achten, meiner Mails weiter Herr werden zu können. Und wie schon Lennart Kutzner in meinen Facebook-Kommentaren richtig bemerkte: Dafür verschlüsseln auch insgesamt zu wenige Menschen ihre Mails.

Und jetzt?

Wie schon gesagt: Das ist keine finale Lösung. Aber irgendetwas musste ich ändern. Denn auch wenn es nicht in der Verantwortung der Bürger liegen sollte, ihr eigenes Fernmeldegeheimnis zu schaffen: In meiner Verantwortung als Journalist liegt es allemal.

Wie seht ihr das? Auf welche Lösungen setzt ihr? Ich bin gespannt auf eure Meinung!

Phonedeck: Assistenz fürs Smartphone

Mir ist mal wieder ein Startup aus Berlin in die digitalen Hände gefallen: Phonedeck. Das Prinzip ist einfach: Mit einer App auf eurem Smartphone verknüpft ihr die Telefon- und SMS-Funktion mit der Cloud, und könnt dann bequem vom Browser aus darauf zugreifen. Das heißt im Klartext: Kontakte organisieren, SMS schreiben, Rückruferinnerungen einstellen oder auch Anrufe tätigen – dazu müsst ihr euer Smartphone dann nur noch ans Ohr halten. Dazu kommen schicke Anruf-Statistiken und die Möglichkeit, euer Smartphone kurz läuten zu lassen, damit ihr es auf dem unaufgeräumten Schreibtisch wiederfindet.

Klingt alles erst einmal sehr toll – auf der anderen Seite klingeln natürlich alle Datenschützer-Alarmglocken. Denn das Problem liegt auf der Hand: Einmal installiert hat Phonedeck Zugriff auf eure gesamte Telefonie- und SMS-Historie – zumindest auf die, die sowieso schon auf dem Smartphone gespeichert ist. Alle diese Daten sind dann aber nicht mehr nur einigermaßen sicher auf dem Smartphone gespeichert, sondern landen auf den Phonedeck-Servern in der Cloud.

Sprich: Die Vorratsdatenspeicherung, gegen die in Deutschland mit großer Inbrunst gekämpft wird, macht Phonedeck schlicht und ergreifend zum Feature – indem die Daten für den Nutzer zugänglich und nutzbar gemacht werden, und das auf wirklich ansprechende Art und Weise. Der Profilerstellung ist jedoch trotzdem Tür und Tor geöffnet.

Denn ich muss zugeben: Es macht großen Spaß, Phonedeck zu verwenden, und es ist sehr bequem. SMS kann ich direkt am Bildschirm schreiben, und ich habe einfachen Zugriff auf alle meine Kontakte – der Anruf ist je nur einen Klick entfernt. Ein kabelloses Headset habe ich zwar nicht, aber sollte ich eins haben, würde Phonedeck mit Sicherheit eine große Erleichterung im Büroalltag darstellen.

Ich bin also zwiegespalten: Auf der einen Seite ist Phonedeck unglaublich nützlich, auf der anderen Seite habe ich keine Kontrolle mehr über meine Telefonie- und SMS-Daten. Natürlich schreibt Phonedeck, dass die Daten sicher sind – und das glaube ich ihnen auch, denn das Vertrauen der Nutzer ist immerhin die Basis des Geschäftsmodells. Doch auf der anderen Seite weiß ich eben nicht, was damit passiert, zumal der Zugriff durch staatliche Behörden nicht komplett ausgeschlossen wird (die Frage ist natürlich, ob das überhaupt geht, so etwas wirklich auszuschließen):

„Your data & contacts will not be shared, sold, or distributed to any third parties (unless required by law or explicitly consented by the user)“

Quelle: phonedeck.com

Was meint ihr?

Ich kann nicht mehr analog.

my planner
Foto: Sara Grajeda (CC BY-NC-SA 2.0)

Kennt ihr das noch? Hausaufgabenhefte? Früher, in der Schule? Da gab es einerseits die Standardausführung, schnörkellos, aber praktikabel. Und dann die schickeren Varianten, von verschiedensten Herstellern und Verlagen, etwa das Häfft mit vermeintlich sinnlosen Infos und tollen Sprüchen, oder aber auch den Timer der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).

Heute ist mir letzterer einmal wieder über den Weg gelaufen, und zwar durch ein Gewinnspiel mit dem neuesten Timer der bpb als Preis. Ich war kurzzeitig angefixt, überlegte aber dann, was ich damit eigentlich soll. Denn, wenn ich ehrlich bin, kann ich meine Termine gar nicht mehr analog planen. Es wäre mir genauer gesagt ziemlich unmöglich. Und da wird mir (einmal wieder) klar, wie abhängig ich doch von meinen „Gadgets“, dem Netz und der „Cloud“ bin.

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Sei kreativ. Hab‘ Ideen. Schreib‘ sie auf.

Nachdem ich dieses Video gestern auf dem Bildschirm des Netbooks meines allerliebsten Schatzes gesehen hatte, wusste ich einige neue Dinge, und hatte zudem eine Mission für den Tag: Ich musste mir ein Notizbuch kaufen, zum Ideen notieren und organisieren.

Mir fallen nämlich schon hin und wieder tolle Ideen unterwegs ein, doch dann habe ich nie das nötige digitale Etwas, um es in die Cloud zu packen. Also muss die Cloud an dieser Stelle mal kurz die Klappe halten und ein Notizbuch muss her.

Jetzt habe ich eins. Es ist sehr schön rot, im A5-Format, und weder liniert noch kariert, sondern einfach blanko, mit fein gemasertem, sehr ansprechendem und angenehm festem 100-Gramm-Papier.

Liebe Ideen, ich bin gewappnet, ihr dürft jetzt kommen.