Schlagwort: Radio

Netzrückblick • 11.01.2013

In meinen – mehr oder weniger regelmäßigen – Netzrückblicken teile ich Artikel und Links aus Twitter, Facebook oder Google Reader, von denen es schade wäre, wenn sie einfach so im Nirvana verschwinden würden.

  • 60 Kilogramm Fleisch isst jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr, sagt zumindest der am 10. Januar vorgestellte Fleischatlas der Heinrich-Böll-Stiftung, des BUND und der Le Monde diplomatique. Damit belegen die Deutschen einen internationalen Spitzenplatz – mit enormen Folgen für die Umwelt.
    Links: Futtern und die globalen Folgen (Deutschlandfunk) und Fleischatlas – Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel (BUND)
  • Google bekommt offensichtlich wesentlich stärkeren Druck von der EU-Kommission als bisher angenommen. Konkret geht es um die Beeinflussung von Suchergebnissen, so EU-Wettbewerbskomissar Joaqiun Almunia.
    Link: European Commission May Force Google To Change How It Presents Its Search Results (TechCrunch)
  • Foursquare könnte nicht mehr lange zu leben haben – das berichtet zumindest ein Analyst aus Investorenkreisen. Die Geldgeber haben anscheinend so langsam keine Lust mehr, das Unternehmen mit immer neuem Geld zu unterstützen, denn wirklich Fortschritte scheint der Dienst bei der Nutzerakzeptanz nicht zu machen.
    Link: ANALYST: ‚Foursquare Will Fail By The End Of 2013‘ (Business Insider)
  • Watchblogs sind spätestens seit dem BILDblog stark ins Licht der Öffentlichkeit gerückt, weil sie den Finger in die Wunde legen. Nun gibt es auch ein Wacthblog fürs Radio: Radiowatcher. Das Blog ist damit nach der Initiative Fair Radio die zweite Anlaufstelle im Netz, wenn es um unlautere Methoden von Radiomachern geht
    Link: Radiowatcher
  • Google ist gerade dabei, Millionen von Büchern aus aller Welt in eine digitale Bibliothek zu scannen. Das klingt einerseits phantastisch – doch verlieren wir so nicht die Kontrolle über unser kulturelles Erbe? Eine Dokumentation beleuchtet nun die Kontroverse um Googles Mega-Bibliothek:
     
    [youtube http://www.youtube.com/watch?v=1vxIveocxjM?rel=0&w=560&h=315]
  • Von unterwegs berichten ist eine der größeren Herausforderungen für Journalisten und Blogger. Richard Gutjahr hat jetzt seine Werkzeuge für einfache und qualitativ hochwertige mobile Berichterstattung vorgestellt.
    Link: Travel-Tools für Blogger & Journalisten 2013k (G! gutjahrs blog)
  • Öffentliche WLANs sind unsicher, das wissen mittlerweile die meisten. Um Bankgeschäfte oder auch nur E-Mails sicher abwickeln zu können, braucht man daher einen meist kostenpflichtigen VPN, also einem sicheren Kanal, über den die Daten verschlüsselt werden. Eine Alternative soll künftig iTwin Connect bieten – ein VPN-USB-Stick, der jetzt auf der CES in Las Vegas vorgestellt wurde.
    Link: The iTwin Connect Plugs Into Your Laptop To Create A Personal VPN That Nobody Can Crack (TechCrunch)
  • Wenn Menschen auf ihr Smartphone blicken, vergessen sie oft die Welt um sich herum. Das führte in der Vergangenheit häufiger zu Beulen beim Gegen-die-Laterne-laufen. Ein Tumblelog dokumentiert nun die „Menschen, die auf ihr Smartphone starren“.
    Link: Menschen, die auf Smartphones starren (Wall Street Journal Blogs)
    (via Anne Hemmes)
  • Android-Nutzer können ab sofort neue Chrome-Funktionen noch vor der offiziellen Veröffentlichung testen, denn: Google bietet ab sofort eine Beta-Variante von Chrome für Android an.
    Link: Test drive new Chrome for Android features early with Google’s new beta channel (The Verge)
  • Tweetdeck, einer von zwei offiziellen Twitter-Clients, hat ein Update für den Mac erhalten. So können Nutzer jetzt direkt aus der App Einbett-Codes für Tweets erstellen.
    Link: Tweetdeck For Mac Catches Up With Chrome (TechCrunch)

P.S.: Ich habe mal ein bisschen am Layout für den Netzrückblick gebastelt. Gefällt euch das in dieser Liste und mit den hervorgehobenen Schlagwörtern besser als vorher?

Netzrückblick • 09.01.2013

Lange ist es her, dass ich das letzte Mal einen Netzrückblick hier im Blog veröffentlicht habe – genauer gesagt knapp zwei Jahre. Es wäre doch aber schade, wenn die von mir gelesenen und für lesenswert befundenen Artikel aus Twitter, Facebook oder Google Reader einfach so im Nirvana verschwinden würden. Deshalb, einfach mal wieder so, weil mir danach ist: Hier sind meine Link-Highlights der letzten Woche.

Ein Männermagazin. Für Väter. (Thomas Gigold)
Warum gibt es eigentlich kein Magazin von Vätern und denen die es (nicht) sein wollen für Väter und die, die es (nicht) sein wollen? Das hat sich auch Thomas Gigold gefragt – und will die Idee nun in die Tat umsetzen.

Belgian media planning shared digital content passport (paidContent)
Während hierzulande noch alle rätseln, wie denn Bezahlvarianten für die Online-Portale der Verlage funktionieren könnten, machen die Verlagshäuser in Belgien (und auch Tschechien) einfach Nägel mit Köpfen, und schließen sich unter einem Dach zusammen. Spannend!

How Twitter Gets In The Way Of Knowledge (Buzzfeed)
Was auf Twitter geschrieben wird, wird mit zunehmender Nutzerzahl zu einem immer wertvolleren Archiv für Sprachwissenschaftler. Denn: Hier können sie Alltagssprache analysieren und bestimmte Sprachphänomene auf einer Basis von Millionen von Nutzern auswerten. Beziehungsweise: Sie könnten. Denn Twitter schränkt den Zugriff auf seine Datenbanken stark ein. Eine Problemanalyse gibt’s bei Buzzfeed.

… und dann war ich plötzlich im Radio. (Hendryk Schäfer)
Mein Freund war im Radio, weil er die WAZ getestet hat. Interviewt hat ihn der liebe Kollege Daniel Fiene für „Töne, Texte, Bilder“, das WDR 5 Medienmagazin. Ich hatte übrigens auch meinen Anteil an dem Beitrag. Kleiner Tipp: Ich habe mit vielen Menschen gesprochen …

Microlives (Andrew Sullivan: The Dish)
Zwei Stunden sitzen kosten einen eine halbe Stunde Lebenszeit. 1,25 Fruchtmahlzeiten bringen dafür eine halbe Stunde mehr Lebenszeit. Zumindest, wenn man den Berechnungen des Forschers David Spiegelhalter glaubt.

1993 was a good year for music (The Verge)
Spotify & Co. sind nicht nur toll, um Musik zu hören, sondern auch, um Musik zu entdecken. Meine Lieblings-Tech-Seite hat anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums der Technikmesse CES einfach mal die eigenen Leser nach ihren Musikhighlights 1993 befragt. Herausgekommen ist eine tolle Playlist mit vielen Erinnerungen.

Gemeinnützigkeit als ruinöses Geschäftsprinzip (VOCER)
Peter Littger analysiert das Dilemma, in dem die deutschen Zeitungsverlage stecken: Einerseits sprechen sie von einem gesellschaftlichen Informationsauftrag, andererseits brechen ihnen die Finanzierungsgrundlagen dafür immer stärker einfach weg. Littger macht deshalb fünf Reformvorschläge für das Jahr 2013.

tame – das “Schweizer Taschenmesser für Twitter”? (Reinhardt Neuhold)
Der Dienst tame aus Berlin ist ein ganz spannendes Analysetool für die eigene Twitter-Timeline. So sollen zum Beispiel Journalisten herausfinden können, welche Themen und Artikel gerade besonders diskutiert werden. Reinhardt Neuhold hat mit den Machern gesprochen.

The best of CES 2013 (The Verge)
In Las Vegas tobt gerade die zwanzigste Ausgabe der Consumer Electronics Show, kurz CES. Wer den Überblick behalten will, ist bei den großartigen US-Kollegen von The Verge richtig.

Nokia Confirms It’s Keeping An Open Mind About Using Android In Future. (TechCrunch)
Tja, Microsoft: Auch Nokia schaut sich um. Bisher hat Windows Phone noch nicht sonderlich viel Boden gut machen können gegenüber der (zugegeben beinahe übermächtigen) Konkurrenz von Google und Apple. Nun hat auch der bisher loyalste Partner Microsofts, der finnische Hersteller Nokia, zugegeben: Ja, auch wir behalten uns vor, nicht ewig auf Windows Phone zu setzen. Es wird also immer enger für Microsoft.

Neil Ibata: 15-Jähriger an „Nature“-Studie über Galaxien beteiligt (SPIEGEL Online)
Ein 15-Jähriger aus Straßburg hat während eines Praktikums einfach mal mit ein paar Daten „gespielt“ – und dabei zufällig eine neue Theorie über die Rotation von Galaxien bewiesen. Sachen gibt’s.

Smartbook – Analog ist das neue Digital (Papierbotschaft)
Was wäre, wenn man ein Smartphone in ein Buch packen würde? Marcel-André Casasola Merkle und Agnes Lison haben es für die Süddeutsche Zeitung Edition ausprobiert. Herausgekommen sind 192 Seiten „Smartbook“ für 15 Euro. Schick!

Und zum Schluss noch etwas von Twitter:

Gemeinwohlökonomie: Kann es einen „sozialen Kapitalismus“ geben?

Mitarbeiter an der Börse in São Paulo. Foto: Rafael Matsunaga. Lizenz: CC BY 2.0.

Mitarbeiter an der Börse in São Paulo. Foto: Rafael Matsunaga. Lizenz: CC BY 2.0.

Kapitalismus. Was heißt das heute? Als erstes fallen mir dazu Schlagworte ein wie: Deregulierte Finanzmärkte. Ständige Gewinnmaximierung mit irrsinnigen Renditezielen. Ein immer stärkeres Auseinanderklaffen von Arm und Reich, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern in noch viel größerem Maße zwischen den großen westlichen Wirtschaftsnationen und Entwicklungsregionen. Globalisierung und ihre Negativfolgen.

Klar, das ist Kapitalismus in seiner Reinform, möchte man meinen. Es geht um die Steigerung des eigenen Reichtums, um des eigenen Reichtums Willen. Aber ist das wirklich alles, was Kapitalismus kann? Schließlich wissen doch eigentlich jeder, dass zu gutem Wirtschaften noch mehr gehört, als die reine Kapitalsteigerung.

Wie sieht es mit Spätfolgen aus, mit langfristigen Investitionen, mit einer Abschätzung von Risiken über das nächste Quartalziel hinaus, mit Folgen für Gesellschaft und Umwelt? All das gehört eigentlich zu gutem Wirtschaften dazu.

Christopher Ricke (Deutschlandradio Kultur):
Ziel und Zweck des Unternehmens ist meines Wissens nach bei einer Bank doch durchaus, dass Geld verdient wird.

 

Helmut Lind (Sparda-Bank München):
Sehr gut, das ist genau der Punkt. […] Wenn Sie jemanden Fragen, was ist Sinn und Zweck des Wirtschaftens, dann wird jeder sagen, ja, ist es das Verdienen von Geld oder ist es die Bedürfnisbefriedigung. Und egal wo Sie nachlesen, werden Sie immer zu dem Ergebnis kommen, es geht um die Befriedigung von Bedürfnissen.

 

Aber das Geldverdienen oder Geld selbst ist Mittel und nicht Zweck, und den Fehler, den wir gemacht haben über all die Jahre, ist, dass wir das Geld so weit in den Mittelpunkt stellen, dass alles andere dem folgt […].

 


Ausschnitt aus einem Interview mit Helmut Lind, dem Chef der Sparda-Bank München, in der „Ortszeit“ auf Deutschlandradio Kultur am 3. Januar 2013 um 6.50 Uhr, gefunden auf Facebook bei Tilo Jung.

Im oben stehenden Gespräch geht es um die Sparda-Bank München, eines der ersten großen deutschen Geldinstitute, das sich der Gemeinwohlökonomie verschrieben hat. Was das genau heißt? Die Bank spekuliert nicht mehr mit Nahrungsmitteln. Investionen in Hedgefonds werden den Kunden nicht mehr angeboten. Die Mitarbeiter kassieren keine Provisionen mehr.

Das klingt zunächst verrückt, schließlich will und muss auch eine Bank Geld verdienen und kann sich nicht einfach so dem Gutmenschentum verschreiben. Darum geht es aber auch nicht, sondern viel mehr darum, sinnvoll und nachhaltig mit dem Geld umzugehen, dass die Kunden der Bank anvertrauen – zugunsten langfristiger Sicherheiten und einem Gewinn für alle, auch jenseits der eigenen Vermögenssicherung. Die Idee ist dazu längst nicht neu.

Hauptsitz der GLS Gemeinschaftsbank in Bochum. Foto © GLS Bank/Frank Rogner.

Hauptsitz der GLS Gemeinschaftsbank in Bochum. Foto © GLS Bank/Frank Rogner.

Ein immer wieder genanntes Musterbeispiel für diese neue aber im Prinzip auch uralte Art des Wirtschaftens ist die GLS Gemeinschaftsbank in Bochum (Disclaimer: meine Hausbank). Gegründet wurde sie 1974 als Genossenschaftsbank mit „sozial-ökologischer Ausrichtung für die Verbindung von Sinn, Gewinn und Sicherheit“, heißt es in der Selbstbeschreibung, und weiter: „Ziel unserer Tätigkeit ist eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft und unserer Lebensgrundlagen. Geld verstehen wir dabei als ein soziales Gestaltungsmittel“.

Konkret heißt das, dass die GLS Bank nicht in alles in jeden investiert, sondern nur in nachhaltige Projekte. Jeder, der sich bei der Bank Geld leihen möchte, muss strenge Kriterien erfüllen. Die Finanzierung des neuen Sportwagens dürfte schwierig werden. Wer dagegen einen Bioladen eröffnen möchte oder das eigene Haus mit einer Solar-Wasseraufbereitung ausstatten möchte, hat bessere Karten. Die Mitglieder und Kunden der Bank können im Umkehrschluss genau darüber entscheiden, was mit ihrem Geld passieren soll und in welche Bereiche die Bank ganz besonders investieren soll.

Das Konzept hat Erfolg: Ende 2011 beschäftigte die Bank schon gut 400 Mitarbeiter, konnte eine Bilanz von 2,26 Milliarden Euro vorweisen, und nach eigenen Angaben die Finanzierung von gut 17.000 sozial-ökologischen Unternehmen und Projekten mit rund 1,13 Milliarden Euro.

Glasfassade der Türme der Deutschen Bank in Frankfurt. Foto: orkodemix/Flickr.com. Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0.

Glasfassade der Deutschen Bank in Frankfurt. Foto: orkodemix/Flickr.com. Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0.

Das alles ist aber natürlich nichts gegen die echten Riesen der Branche. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank schloss das Jahr 2011 mit einer Bilanz von 2,16 Billionen Euro ab – fast genau das Tausendfache dessen, was die GLS Bank im selben Zeitraum erwirtschaftet hat. Was also bringen dann solche verhältnismäßig kleinen Bankprojekte überhaupt?

Ihr wichtigster Beitrag ist es aus meiner Sicht, eine Debatte anzustoßen. Ähnlich formuliert es auch der Chef der Sparda-Bank München im Interview mit dem Deutschlandradio. In Zugzwang geraten andere Banken durch eine Umstellung auf das Gemeinwohlprinzip noch nicht, aber sie müssen sich zumindest vermehrt die Frage von Kunden stellen lassen: Wo investiert ihr eigentlich? Was passiert mit meinem Geld?

Auch die Sparda-Bank München ist kein Gigant unter den deutschen Banken. Mit einer Jahresbilanz von 5,85 Milliarden Euro ist sie nur etwas mehr als doppelt so groß wie die GLS Bank in Bochum. Der Unterschied: Die Sparda-Bank München ist keine neue Bank, sondern sie stellt um, und setzt so ein Signal.

Nachhaltiges und gemeinnütziges Wirtschaften ist kein Nischenprodukt, sondern vielleicht die einzige echte Lösung. Wenn das künftig noch mehr Banken und auch Kunden für sich entdecken, könnte der Kapitalismus vielleicht wirklich zu einem Motor sozialer Gerechtigkeit werden. Es wäre eine Ironie der Geschichte.

Hej 2013, ich glaube, das wird cool mit uns!

Ich glaube, 2013 wird ein gutes Jahr, zumindest für mich. Gut, ob wir weltpolitisch vielleicht in eine Rezession stürzen oder auch noch weitere vier Jahre unter unserer lieben Mutti Merkel ausharren dürfen, vermag ich nicht zu sagen. Aber persönlich wird mir in diesem Jahr viel Gutes passieren. Entschieden hat sich davon vieles aber schon im vergangenen Jahr.

Ein Blick zurück: die Highlights in 2012

Zunächst einmal war 2012 für mich mein erstes echtes Konferenzjahr – zumindest in der ersten Hälfte. Das erste (und wahrscheinlich auch letzte) Mal besuchte ich zum Beispiel die CeBIT in Hannover und musste erkennen, dass da eben wirklich nicht mehr so sehr die Luzi abgeht, wie vielleicht noch vor ein paar Jahren. Interessante Geschichten gab es dort fast keine.

Spannender war dagegen der Besuch auf der Leipziger Buchmesse. Erstens ist es einfach herrlich analog, mal durch Messehallen nur mit Büchern und ohne viel Technik zu laufen. Zweitens macht es natürlich großen Spaß, in neuen und teils auch ausgefallenen Büchern zu blättern. Und schließlich merkt man der Buchbranche an, dass sie Innovation will, um nicht den Anschluss zu verlieren. Heraus kommen dabei neue Erzählformen wie der „Kalender von Slopinsky“ oder neue Publikationsformen für Kurzgeschichten. Erzählt habe ich davon in der Sendung mit dem Internet vom 19. März. Ob ich es 2013 auf die Messe schaffe, weiß ich aber noch nicht.

Stühle auf der re:publica 2012. Foto: Blogging Dagger. Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0.

Stühle auf der re:publica 2012. Foto: Blogging Dagger. Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0.

Mein absolutes Konferenzhighlight war aber mit Abstand die re:publica 2012 in Berlin – meine erste re:publica überhaupt. Selten habe ich so viele tolle Menschen – bekannt und unbekannt – auf einem Fleck getroffen, und selten habe ich so gut inhaltlich über „Netzthemen“ diskutiert. Hier im Blog habe ich schon auf die diesjährige re:publica zurückgeblickt – und ich freue mich auf eine Neuausgabe in 2013.

Alles in Allem ist aber neben allem inhaltlich Spannenden auch: In 2012 konnte ich die Grundlage legen für meine Arbeit als freier Journalist. Das erste Mal habe ich in diesem Jahr durch Eigeninitiative Geschichten an andere Sender verkaufen können – abseits vom Tagesgeschäft. Das stimmt mich froh, denn frühzeitig Kontakte in die Redaktionen zu knüpfen, ist wohl das „A und O“ für die Arbeit eines (freien) Journalisten.

Nach einem sehr tollen wenn auch zum Ende hin ziemlich nassen Fahrradurlaub im Spätsommer durch die Niederlande ging es anschließend mit einer neuen Station im Journalismus für mich weiter: die Nachrichten. Seit Oktober darf ich bei meinem Heimatsender Antenne Düsseldorf auch hin und wieder die Lokalnachrichten schreiben und präsentieren – und es macht mir großen Spaß.

Kurzum: 2012 habe ich viele spannende Geschichten entdecken können, konnte viele neue Kontakte knüpfen und durfte mich auf einem neuen Arbeitsfeld im Journalismus austoben. Die Zeichen für die 2013 stehen also auf grün.

So wird 2013: ein Ausblick

2013 beginnt für mich mit viel Arbeit, genauer gesagt mit meiner Bachelor-Arbeit. Schreiben werde ich sie bis Mitte März zum Themenkomplex soziales Unternehmertum: Wie kann diese neue Form des Wirtschaftens eine Brücke bauen zwischen den Gleichheitsansprüchen in unserer Gesellschaft – wie etwa dem Ruf nach Inklusion – und dem andererseits sehr marktwirtschaftlichen Effizienzdenken unseres kapitalistischen Systems? Dieser Frage will ich nachgehen, und dabei Gesellschaftstheorien der Soziologie (und auch Politologie) mit den neueren Forschungsansätzen aus der BWL und VWL verbinden. Gestoßen bin ich auf das Thema vor allem durch die Zeitschrift enorm, die ich seit einigen Monaten lese. Nun bin ich gespannt, was mir der wissenschaftliche Blick auf die Thematik bringen wird.

Blick auf den Rheinturm in Düsseldorf. Foto: Frank Kehren. Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0.

Blick auf den Rheinturm in Düsseldorf. Foto: Frank Kehren. Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0.

Kurz nach Abgabe meiner Bachelor-Arbeit heißt es dann Ende März (diesmal etwas finaler): Auf nach Düsseldorf! Gemeinsam mit meinem geschätzten Herrn Freund werde ich dann in den schönen Düsseldorfer Stadtteil Bilk ziehen, um dann zum 1. April einen neuen Abschnitt in meinem Leben zu beginnen: Das Volontariat bei Antenne Düsseldorf. Ganze zwei Jahre habe ich dann Zeit, neue Tricks und Kniffe fürs Radiomachen zu lernen, Erfahrung zu sammeln und mich ganz einfach mal richtig auszutoben. Ich glaube, diese zwei Jahre werden eine wirklich tolle Zeit, und ich freue mich wie Bolle über diese Chance.

2013 wird also ein Jahr gleich mehrerer Neuanfänge für mich: Eine neue Stadt, ein neuer Job und das Ende meines Studiums. Endlich kann ich dann Vollzeit und hauptberuflich das tun, von dem ich glaube und auch ein bisschen weiß, dass ich es gut kann: Radio machen. Einige Ergebnisse dieser Kreativzeit gibt’s dann natürlich auch hier im Blog.

Worauf freut ihr euch im neuen Jahr?

Adventskalender für auffe Ohren

Türchen? Schokolade? Pff, kann doch jeder.

Na gut, ich mag meine morgendliche Schokolade aus dem Adventskalender auch sehr – trotz Benzol. Auf dem Weg zur Uni oder zur Arbeit gibt es für mich momentan aber noch eine andere Form der adventlichen „Vorfreude“, und zwar für die Ohren: den akustischen Adventskalender von detektor.fm.

detektor.fm hat für seine Hörer einen etwas anderen Adventskalender gebastelt.
Foto: Sólveig Zophoníasdóttir | Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0.

Die von mir sehr lieb gewonnenen Webradiomacher aus Leipzig sind mit ihrem Projekt gerade erst drei Jahre alt geworden – und im Prinzip zeigt dieser hörbare Adventskalender ziemlich geradlinig, was ich an detektor.fm so schätze: Neben erstklassigem Journalismus aus Wirtschaft, Politik und Kultur – und das privat finanziert! – veranstaltet der Sender regelmäßig Studiokonzerte von manch einem auch noch unbekannten Künstlern, häufig dann als Akustiksessions. Dabei entstehen in den meisten Fällen tolle Radiomomente und echte musikalische Höhepunkte.

Aber anstatt auf diesem Musikschatz sitzen zu bleiben und die Aufnahmen im digitalen Archiv verstauben zu lassen, zimmert detektor.fm jedes Jahr aus den Highlights dieser Sessions 24 kleine Beiträge mit ein paar Infos zum Künstler und einer exklusiven Akustikaufnahme – zum Anhören im Radio und anschließend als Gratis-Download für die Hörer. In diesem Jahr zum Beispiel mit dabei: Husky und Einar Stray.

Jeden Tag gibt es eine neue Folge, und ich freue mich morgens jedes Mal wie ein – haha – Schneekönig, ein neues akustisches Türchen in meinem Podcatcher zu finden. Und weil ich das alles so toll finde, dachte ich, ich lasse auch euch, liebe Blogleser, an meiner „Vorfreude unplugged“ teilhaben.

Der akustische Adventskalender 2012 bei detektor.fm – meine Empfehlung für kalte, dunkle Winterabende und auch darüber hinaus!

P.S.: Liebe Jungs und Mädels von detektor.fm, ich bin mir ziemlich sicher, dass das hier einer von euch liest: Wann kommt eigentlich endlich der auf der eigenen Seite einbettbare Player? Ich hätte so gerne ein Hörbeispiel gebracht!