Stimme X/Y. Oder: Die Variable „Geschlecht“.

Was ist eigentlich „Geschlecht“, oder „gender“, wie es in der soziologischen Terminologie heißt? Schon einmal habe ich hier im Blog das Thema Geschlecht und Geschlechtervielfalt thematisiert, damals ging es um Geschlechterzuschreibungen bei Kinderspielzeug. Folgendes Video von Maria Helena Rutschke habe ich bei der Mädchenmannschaft gefunden, und es zeigt eindrucksvoll die engen Grenzen auf, in die wir tagtäglich unsere Gegenüber auf der Straße zwängen.

Aus der Videobeschreibung:

Ständig wird das Geschlecht anhand bestimmter angeblich ’natürlicher‘ Kriterien gesellschaftlich kategorisiert: sei es anhand des Aussehens, der Mimik und Gestik oder der Stimme.

„Ist das ein Junge oder ein Mädchen?“
Diese auf Tino bezogene Frage brachte mich auf die Idee, filmisch aufzuzeigen, wie er zwanzig Jahre lang für Irritation sorgte – aufgrund seiner Stimme.

Entstanden im Wintersemester 2010/2011 an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar.

Das biologische Geschlecht eines Menschen ist also das eine, und selbst das ist nicht immer festgeschrieben, wie unter anderem das Phänomen Intersexualität zeigt. Noch viel breiter ist die Vielfalt jedoch bei „gender“, dem „sozialen Geschlecht“. Dieses ordnen wir anderen immer wieder zu, durch ihr Äußeres oder ihren Habitus. Der Soziologe nennt das „Doing gender“, also „Geschlecht machen“.

Eine wirklich spannende Welt, in der wir leben.

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