Ich kann nicht mehr analog.

my planner
Foto: Sara Grajeda (CC BY-NC-SA 2.0)

Kennt ihr das noch? Hausaufgabenhefte? Früher, in der Schule? Da gab es einerseits die Standardausführung, schnörkellos, aber praktikabel. Und dann die schickeren Varianten, von verschiedensten Herstellern und Verlagen, etwa das Häfft mit vermeintlich sinnlosen Infos und tollen Sprüchen, oder aber auch den Timer der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).

Heute ist mir letzterer einmal wieder über den Weg gelaufen, und zwar durch ein Gewinnspiel mit dem neuesten Timer der bpb als Preis. Ich war kurzzeitig angefixt, überlegte aber dann, was ich damit eigentlich soll. Denn, wenn ich ehrlich bin, kann ich meine Termine gar nicht mehr analog planen. Es wäre mir genauer gesagt ziemlich unmöglich. Und da wird mir (einmal wieder) klar, wie abhängig ich doch von meinen „Gadgets“, dem Netz und der „Cloud“ bin.

Meine digitale Kalenderverwaltung

Meine gesamte Kalenderverwaltung läuft über Google Calendar in Verbindung mit iCal auf meinem Mac und der Kalender-App meines HTC Desire. Alles wird ständig miteinander synchronisiert und so auf dem aktuellen Stand gehalten. So habe ich, egal wo ich bin, meine Termine immer zur Verfügung – über Google Kalender im Browser selbst an einem fremden Computer, zum Beispiel in der Uni.

Ich habe dabei verschiedene Kalender: einer für die Uni, einer für dienstliche Termine, und schließlich noch einer für private Dinge. Dazu kommen Facebook-Events als eingebundener Kalender, sowie dienstliche Termine meiner besseren Hälfte. Er bekommt im Gegenzug meine Job- und Uni-Termine. Wir wissen also jeweils, wann der andere Zeit hat/keine Zeit hat, wenn es zum Beispiel um neue Termine geht.

Außerdem bietet mir der digitale Kalender viel mehr Übersicht und mehr Detailreichtum. Nicht nur die Ansichten kann ich je nach Bedarf umstellen (und so zum Beispiel halbstundengenau Termine aufeinander abstimmen oder aber auch den ganzen Monat betrachten), sondern ich kann sich wiederholende Termine einstellen (Stichwort Uni-Seminare), Orte eintragen (die ich dann unterwegs auf dem Handy direkt in Google Maps aufrufen kann), Terminerinnerungen aktivieren (falls es sehr wichtig ist), und so weiter und sofort.

No way back

Wenn ich das gerade Geschriebene noch einmal durchlese, merke ich sofort, wie unmöglich für mich der Wechsel zurück auf’s Papier wäre. Ich würde wahrscheinlich gar nicht mehr klarkommen, und ständig Dinge vergessen. Außerdem wäre keine annähernd so gute Abstimmung mit meinem Freund mehr möglich, und sollte ich mal meinen Kalender irgendwo liegen lassen oder auch nur zu Hause vergessen, wäre ich komplett aufgeschmissen.

Für mich steht also fest: There’s definitely no way back.

Euer Organisationsprinzip

Aber wie sieht das bei euch aus? Setzt ihr noch auf Papier, oder läuft eure Terminverwaltung ebenfalls nur noch digital? Ich bin gespannt auf euer System! Habt ihr überhaupt eins? Schreibt es mir in den Kommentaren!

4 Comments

  1. Ich kann seit sage und schreibe, wobei das mittlerweile die falsche Formulierung ist denn es müßte eher „tippen“ heißen, 14 Jahren nicht mehr anders.
    Davor hat alles angefangen mit einem klassischen Time-System in Form eines Terminkalenders und dann kam der PIM (Personal Information Manager wie z. B. Outlook). Zuerst wurde mit dem PDA, seinerzeit noch ein Palm, später ein Windows CE PDA synchronisiert. Anschließend betriebsystemübergreifend mit einem Smartphone auf Symbian OS Basis und inzwischen mit einem Android Smartphone. Parallel wird das Ganze zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls mit der Cloud, sprich Google Kalender synchronisiert. In ähnlicher Form, sprich unter Mithilfe von Cloud-Services auch was Aufgaben und Notizen sowie Kontakte anbelangt. Emails einerseits per Cloud und maßgeblich über den eigenen Server.
    Nebst Notebook und Smartphone kann ich mobil an anderen PC´s über den Webbrowser auf alles oben genannte zugreifen oder noch komfortabler in individualisierter Form mit Hilfe von Portablen Apps auf USB-Sticks.
    Mehr digital egal ob stationär oder mobil geht nach derzeitigem Stand der Technik nicht. Wer weiß, vielleicht in ferner Zukunft per neuralem Interface, aber will man das?

    Analog ist für mich völlig undenkbar seit über einem Jahrzehnt. Ausser beim Schreiben eines Briefes, denn zu besonderen Anlässen und bei mir sehr wichtigen Personen gibt´s nebst dem Digitalen oft den mit einem Kalligraphiefüller handgeschriebenen Brief auf schönem Briefpapier (oder dementsprechende Karte). :-)

  2. Als angehender Student werde ich mir auch ein System zu Eigen machen müssen, welches alle Termine erfasst und genug Übersicht bietet.
    Eine analoge Variante kann aus rein praktischen Gründen nicht überzeugen: Korrektur, Terminverschiebung und wichtige Notizen geraten im handgeschriebenen Terminkalender schnell an ihre Grenzen.
    Mal sehen, was iOS 5 in Verbindung mit Mac OS Lion über die iCloud mit sich bringt. Falls Apple auf diesem Gebiet nicht überzeugen kann, wird es wohl auch auf das Angebot von Google hinauslaufen.

  3. Schöner Artikel!

    Selbstverständlich kann ich mir auch nicht vorstellen, ohne digitales Zeitmanagement zu leben. Meine Kalender, 3 an der Zahl (Uni, Büro und Privat) befinden sich bei Google Calendar (der Uni-Kalender mit einigen Kommilitonen geteilt) bzw. auf einem Exchange-System, und synchronisieren sich mit iPhone, Galaxy Tab, MBP, iMac Zuhause, iMac im Büro, .. – also einfach auf alle Geräte, mit denen ich regelmässig arbeite.

    Meine Aufgaben und ToDos organisiere ich momentan mit RememberTheMilk, vorher mit Wunderlist, Things, Notifier 2 – ich habe da schon einiges ausprobiert, und wirklich zufrieden war ich leider noch nie. RTM macht bisher einen sehr guten Eindruck, schade ist nur dass man für die volle Synchronisation zahlen muss. ($25 pro Jahr)

    Für die Organisation meines Studiums benutze ich einen LiveScribe Smartpen, mit dem ich meine Mitschriften digitalisiere und auf unserer kollaborativen Dokumentmanagementplattform DocMan (http://get.docman.me :)) bereitstelle, wo meine Kommilitonen auch ihre Mitschriften und Unterlagen hochladen.

    Wenn ich das jetzt nochmal durchlese, wird mir wieder einmal klar wie unbeholfen man doch ohne Technik ist.. Sicher, es gibt auch Menschen die mit ihrem Papier-Organizer sehr gut leben können, aber ich kann’s mir nicht vorstellen.

  4. Pingback: Ich bin also gläsern. Und jetzt? | Henning Bulka | Journalist

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