Kategorie: Netz

Premiere: Auf ein Bier mit …

Der Urlaub ist vorbei – und es gibt Neuigkeiten!

Was ihr hier seht, ist eine echte Premiere: Die erste Folge von Auf ein Bier mit …, der neuen Web-Talkshow, die Julian Heck, Mark Heywinkel und ich am Mittwoch gemeinsam gestartet haben. Von 21 Uhr an haben wir uns ein Bier lang per Hangout mit Jonathan Sachse unterhalten, einem freien Journalisten aus Berlin.

Die Idee hinter unserem Projekt: Wir sprechen als junge Journalisten mit jungen Journalist_innen über ihre Arbeit und die Probleme und Chancen in der Branche. Dabei laden wir, zunächst im Zweiwochenrhythmus, alle Mitglieder der Top 30 unter 30 des Medium Magazin ein. Entstanden ist diese Idee bei einem gemeinsamen Frühstück von Julian, Mark und mir in Berlin-Schöneberg.

Logo Auf ein Bier mit

Unsere erste Folge heute Abend war sicherlich nicht perfekt – und gerade aus Timingsicht her nicht optimal, Stichwort Champions League. Aber: Wir hatten das Gefühl, dass das Format funktioniert, und so sah auch das erste Feedback der Zuschauer_innen aus. Und: Es hat großen Spaß gemacht!

Ich bin gespannt auf eure Meinung: Macht euch diese erste Folge unserer neuen Web-Talkshow Lust auf mehr? Schreiben könnt ihr mir hier, wir freuen uns aber natürlich auch über Feedback auf Twitter, dem Hashtag #biertalk, Facebook und natürlich YouTube!

Also, bis in zwei Wochen!

Ich bin also gläsern. Und jetzt?

Patriotic security camera. Foto: cjelli. Lizenz: CC BY-NC-ND.

Patriotic security camera. Foto: cjelli. Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0.

Ein Bekannter schrieb mir vor ein paar Tagen: Es würde mich nicht wundern, wenn das noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Damit meinte er die Enthüllungen rund um die Spionage und Vorratsspeicherung der Geheimdienste.

Schon 2011 habe ich aufgeschrieben, dass ich in gewisser Weise abhängig bin – davon, dass meine Daten online gespeichert sind. Meine Kontakte, meine Kalender, meine Mails, meine Notizen. Jetzt, wo klar wird, dass NSA, GCHQ und vielleicht auch BND wohl fast unbeschränkten Zugriff auf all diese Daten hat, merke ich, dass das im Falle meiner Daten nicht nur mich selbst betrifft – was schlimm genug ist –, sondern auch meine Arbeit.

Sicher, ich bin kein Investigativ-Journalist, der alle paar Monate neue Enthüllungen veröffentlicht. Ich arbeite als Lokaljournalist in Düsseldorf. Aber gerade im Lokalen – und im Lichte des rheinischen Klüngels – ist Vertraulichkeit von Kommunikation teils von hoher Bedeutung.

Noch hatte ich keine Situation, in der ich wirklich über Quellenschutz nachdenken musste – aber der Ernstfall kommt früher oder später bestimmt. Ein Interview mit Martin Spindler bei Was mit Medien brachte mich außerdem zum Nachdenken: Wie gehe ich als Journalist damit um, wenn ich eine Telefonnummer bekomme, die ich besser nicht in der Wolke speichere? Wenn jemand mit mir vertraulich elektronisch kommunizieren möchte? Bisher bin ich darauf nicht vorbereitet gewesen.

Nicht zuletzt durch diese Reaktionen, auch auf Facebook, wurde mir bewusst: Ich sollte mir Gedanken darüber machen, vertrauliche Kommunikation zu ermöglichen. Eine Master-Lösung habe ich bisher nicht gefunden – hier jedoch mein jetziges Setup.

Kalender & Kontakte

Ein großer Teil meiner täglichen Organisation und Planung läuft über mein Smartphone und mein MacBook, genauer gesagt: Über die Kalender, die ich von beiden Geräten aus befüllen und einsehen kann. Unerlässlich für mich, um keinen Termin zu verpassen – und zum Beispiel über die Metadaten auch noch einmal spontan die Adresse eines Interviewpartners nachschauen zu können.

Bisher vertraute ich dabei auf Google Calendar. Jetzt habe ich eigene Tatsachen geschaffen, und mir mit ownCloud einen eigenen CalDAV-Server für Kalender angelegt. Es ist bei der Synchronisierung etwas hakeliger als vorher – im Prinzip funktioniert aber alles wie vorher. Einzig auf meinem Android-Smartphone musste ich nachhelfen und mir CalDAV-Sync installieren. Jetzt laufen auch dort alle meine Kalender. Und, für mich im Alltag sehr wichtig: Es gibt ein HTTPS-gesichertes Webinterface.

Ähnlich funktioniert neuerdings meine Kontakte-Verwaltung. Auch diese läuft über ownCloud, und auch hier habe ich neben dem Webinterface eine reibungslose Integration in mein Mac-Adressbuch und über die Erweiterung CardDAV auch die Einbindung in mein Android-Smartphone. Auch wenn natürlich keine technische Lösung endgültige Sicherheit bietet: So kann ich auch vertrauliche Kontakte auf meinem Telefon speichern und synchronisieren, ohne ein zu schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Dokumente

Letztlich könnte ich ownCloud natürlich auch für Dateien nutzen, und so der Dropbox entsagen. Für vertrauliche Recherche-Informationen würde ich das sicherlich auch nutzen. Ein noch größeres Speicherpaket bei meinem Webhoster wäre mir aber aktuell zu teuer. Deshalb liegen die „harmlosen“ Daten weiter auf US-Servern.

Mails

Jetzt zum für mich spannendsten Punkt: Wie sichere ich meine Mails ab – weg von der digitalen Postkarte, hin zur vertraulichen Nachricht? Na, über Mailverschlüsselung! So zumindest mein erster Gedanke. Das Problem ist nur, und das möge man mir verzeihen: Ich komme, was die automatische Mailsortierung angeht, nicht an GMail vorbei. Mehrere Mailadressen laufen in meinem GMail-Konto zusammen. Und: Gerade die neue Mailbox nimmt mir beim Bewältigen der täglichen Mails unglaublich viel Arbeit ab. Das funktioniert aber nur, wenn ich auch auf meinem Smartphone die offizielle GMail-App nutze. Und die mag keine Verschlüsselung.

Mein Ausweg? Ich bin ab sofort unter einer separaten, komplett von Google getrennten Mailadresse auch verschlüsselt zu erreichen: recherche@henningbulka.com. Meinen öffentlichen Schlüssel findet ihr hier: C30738CE (Achtung: Wegen eines Datenverlusts musste ich meinen Schlüssel komplett neu generieren lassen!). Diese Mails rufe ich klassisch über IMAP und das Mail-Programm meines Macs ab. Der Sicherheit wegen habe ich mich dagegen entschieden, den Account auch auf meinem Smartphone einzurichten.

Klar: Es wäre schöner gewesen, alle meine Mails abzusichern, und so auch eine Art Störfeuer rund um die wirklich vertraulichen Mails zu erzeugen. Aber, ich muss auch darauf achten, meiner Mails weiter Herr werden zu können. Und wie schon Lennart Kutzner in meinen Facebook-Kommentaren richtig bemerkte: Dafür verschlüsseln auch insgesamt zu wenige Menschen ihre Mails.

Und jetzt?

Wie schon gesagt: Das ist keine finale Lösung. Aber irgendetwas musste ich ändern. Denn auch wenn es nicht in der Verantwortung der Bürger liegen sollte, ihr eigenes Fernmeldegeheimnis zu schaffen: In meiner Verantwortung als Journalist liegt es allemal.

Wie seht ihr das? Auf welche Lösungen setzt ihr? Ich bin gespannt auf eure Meinung!

Nach der #rp13: Im IC von Berlin zurück nach Düsseldorf

Ein Bierchen vor der Station. Foto: Gregor Fischer. Lizenz: CC BY 2.0.

Ein Bierchen vor der Station. Foto: Gregor Fischer. Lizenz: CC BY 2.0.

Am Ende war es alles ganz schnell wieder vorbei. Die re:publica in Berlin hat mich mal wieder geplättet, und zwar im positiven Sinne. Zu keinem anderen Anlass habe ich bisher mehr spannende Menschen auf einem Fleck und so viele bekannte Gesichter wieder gesehen. Und keine andere Veranstaltung gibt mir so sehr das Gefühl, zu verstehen, was dieses Internet™ eigentlich ist, wie es auf vollkommen verschiedene Weisen funktioniert – und welche Auswirkungen das auf den Rest der Gesellschaft hat.

Aber genug der Lobhudelei. Hier, im Zug von Berlin zurück nach Düsseldorf sitzend, habe ich mich gefragt:

Was nehme ich mit?

Fangen wir mal mit einem Buzz-Thema an: das Phänomen YouTube, und warum der „Rest“ des Internets davon bisher so wenig mitbekommen hat und es auch nicht versteht. Am Ende bleibt bei mir die Vermutung: Das, was wir als neue Community auf YouTube erleben, ist nichts anderes als eine neue Jugendkultur. Die verstehen die wenigsten am Anfang. Und wie jede echte Jugendkultur wird auch die YouTube-Community zunehmend von ihrer Vermarktbarkeit gefressen. Das macht die Videomacher zwar nicht schlechter, ihre Videos allerdings erwartbarer und die Plattform damit zu einem Eldorado für Werbende und zu einem neuen Player auf dem Medienmarkt. Zieh dich warm an, liebes Linear-Fernsehen!

Ebenso um Veränderung ging es auf mehreren Panels zum Thema Arbeit und wie sie weiter durch technologische Entwicklungen im Wandel steht. Johannes Kleske (@jkleske) hat dazu einen sehr spannenden Vortrag gehalten. Kernthesen: Zwar werden immer mehr Jobs durch Maschinen und Digitalisierung übernommen, allerdings wachsen nicht genug neue Tätigkeitsbereiche nach. Dabei gibt es zwei Zukunftaussichten: Eine Dystopie, in der wir von Maschinen förmlich unterjocht werden, und eine Utopie, in der wir uns ohne Arbeitszwang voll entfalten können. Die Realität liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen, doch dafür müssen wir Lösungen finden gegen zu viele starke Unterdrückungstendenzen. Ein wirklich spannender Vortrag, den ich hier zum Nachschauen eingebunden habe:

Und schließlich nehme ich auch einen Appell an meinen eigenen Berufsstand mit. „Ehrlich gesagt verstehe ich deine Zunft nicht wirklich“, hat mir ein Vertreter der #OpenData-Bewegung gesagt. Dahinter steht die Frage: Warum nutzen – gerade im Lokalen – so wenige Journalisten die verschiedenen Möglichkeiten der Datenrecherche und Datenvisualisierung? Ganz getreu dem inoffiziellen Motto der re:publica 2013, „Machen!“ – geprägt von Sascha Lobo –, will ich mich in Bezug auf Datenjournalismus mehr ausprobieren im nächsten Jahr. Welche Daten gibt es zuhause bei mir vor der Haustür? Wie lassen sich so für meine tägliche Arbeit im Lokaljournalismus neue Recherchen anstoßen? Und wie lässt sich das im Radio gut umsetzen, ohne zu technisch und zahlenlastig zu werden?

Diese letzten Fragen sind dabei auch eng mit dem Vortrag von Daniel Bröckerhoff (@doktordab) zum Thema #OpenJournalism verbunden.

Dieser stand zwar eher am Rande der re:publica und bereitete im Grunde auch nur weitgehend bekannte Fakten neu auf. Trotzdem hat das Panel und die Vorstellung von Daniels Projekt bei mir einen ungeheuren „Machen!“-Drang ausgelöst. Mir schießen in den letzten Tagen ständig neue Ideen durch den Kopf, allseits bekannte Themen einmal neu aufzugreifen, ihre Recherche offener zu gestalten, und unsere Hörer und Leser stärker mit einzubeziehen. Klar, Call-In-Radio gibt es schon lange – aber die Fragen stellen bisher immer wir Radiomacher. Wie das alles gehen kann, daran will ich arbeiten.

Machen!

Aber weil ja nicht nur drüber schreiben hilft, sondern am Ende wirklich das Machen! stehen muss, komme ich an dieser Stelle zum Ende. Ich freue mich schon darauf, im kommenden Jahr auf der #rp14 mit vielen weiteren spannenden Leuten eine Mate trinken zu dürfen und über dieses Internet zu sinnieren. Morgen fahre ich aber erst einmal wieder ganz normal auf dem Fahrrad in die Redaktion – und dann schaue ich einfach mal, wie er morgen aussehen kann, dieser bessere und offenere Journalismus.

Auf bald!

P.S.: Danke, lieber Hamster! <3

App.net – Alternative zur Werbefinanzierung?

Kann App.net eine echte Alternative zu anderen Bezahlmodellen sein?

Logo von App.net

Wir haben uns über die Jahre irgendwie daran gewöhnt: Egal ob Facebook, Twitter oder Google – überall werden unsere Daten zur Währung. Aus dem, was wir posten, was wir mit Freunden teilen und wie wir mit Anderen interagieren, wird für uns ein maßgeschneidertes Profil erstellt. Anhand dessen wird uns Werbung angezeigt, die zu uns passt, und desto besser sie zu uns passt, desto mehr verdienen die Facebook & Co.

Was wäre aber, wenn es einen anderen Weg für solche Internetdienste gäbe, Geld zu verdienen? Was wäre, wenn es zum Beispiel ein Twitter gäbe, bei dem wir nicht mit unseren Daten, sondern mit echtem Geld für die Dienstleistung bezahlen? Genau diese Vision will Dalton Caldwell mit seinem Startup App.net umsetzen. Für die Sendung mit dem Internet auf Antenne Düsseldorf konnte ich am 14. März mit ihm sprechen. Hier die redaktionell aufbereitete O-Ton-Collage:

Der oben stehende Beitrag ist nur eine Zusammenfassung meines Gesprächs mit Dalton. Das gesamte Gespräch mit ihm könnt ihr im Blog zur Sendung nachlesen und nachhören.

Kostenlose Invites!

Außerdem habe ich noch ein kleines Gimmick für euch: Über diesen speziellen Link könnt ihr euch ganz einfach kostenlos bei App.net anmelden – und folgt dabei netterweise gleich meinem Account. Einfach mal ausprobieren!

Was denkt ihr über App.net?

„Die Opposition hat es selbst in der Hand, die Details zu klären“ – MdB Thomas Jarzombek (CDU) zum neuen Leistungsschutzrecht

Thomas Jarzombek ist aus Düsseldorf für die CDU im Deutschen Bundestag. Er ist Mitglied der Enquete-Kommision Internet und Digitale Gesellschaft. Außerdem ist er Mitglied des Bundestagsunterausschusses „Neue Medien“. Neben seiner Arbeit als Abgeordneter ist er zudem Sprecher von cnetz, einem netzpolitischen Verein, der der Union nahe steht. Am 4. März 2013 habe ich mit ihm über die Verabschiedung des Leistungsschutzrechts für Presseverleger im Bundestag am 1. März gesprochen, und zwar für die Sendung mit dem Internet. Dort erschien auch die ursprüngliche Version dieses Blogeintrags.

Henning Bulka: Sie haben sich bei der Abstimmung zum Leistungsschutzrecht für Presseverleger am Freitag im Bundestag enthalten und sind damit von der Linie Ihrer Fraktion, der CDU/CSU, abgewichen – warum?

Thomas Jarzombek: Ich bin grundsätzlich kein Freund es Leistungsschutzrechtes und halte das auch ordnungspolitisch für ein schwieriges Instrument und sehe natürlich auch die Sorge der Rechtsunsicherheit. Wir haben allerdings jetzt auch ein Dreivierteljahr mit der Regierung verhandelt, auch über die Frage, und das war eine ganz wichtige: Wer ist eigentlich davon betroffen? Und am Anfang waren es ja eben nicht nur Suchmaschinen, sondern betroffen wäre im Prinzip jeder Blogger und jeder gewesen, der im Internet irgendetwas schreibt. Und das fand ich absolut verrückt und da haben wir eben sehr viel verhandelt. Und zum Wesen von Verhandlungen gehört es auch dazu, dass man dann am Ende nicht sagt: Ich stimme jetzt komplett dagegen und mache totale Blockade. Insofern war meine Strategie: das Schlimmste verhindern.

Sie sind neben Ihrem Mandat im Bundestag auch Sprecher von cnetz, einem netzpolitischen Verein aus dem Umfeld der CDU. Der Verein hatte sich klar gegen das Leistungsschutzrecht positioniert, wie Ihr Kollege Peter Tauber. Der hat auch ganz gegen das Gesetz gestimmt und war da ein Stückchen konsequenter. Er hat nämlich gesagt: Diese ganzen Unklarheiten sind immer noch nicht beseitigt gewesen. Warum waren Sie dann doch nicht so konsequent?

Also ich glaube, dass wir eine Menge Unklarheiten rausgenommen haben, nämlich die Frage, wer betroffen ist: Das sind am Ende nur noch Suchmaschinen gewesen und nicht mehr jeder im Internet. Und zu dem Verhandlungserfolg, dass es nicht mehr jeder im Internet ist, mussten wir uns eben auch bewegen. Da gibt es zwei Möglichkeiten, so eine politische Verhandlung zu führen. Die eine ist zu sagen: Ich war von Anfang an dagegen, ich bleibe dagegen und ich stimme mit „Nein“. Da sind Sie bei keinem Verhandlungsgespräch mehr mit dabei. Oder Sie sagen: Okay, wir reden miteinander, versuchen das Schlimmste zu verhindern. Und ich glaube, da haben wir eine ganze Menge aus dem Gesetz rausbekommen. Dann ist man aber auch moralisch in der Verpflichtung, nicht mehr auf totale Blockade am Ende zu schalten.

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Thomas Jarzombek (CDU) im Oktober 2011 im Deutschen Bundestag.
Foto © Deutscher Bundestag / Lichtblick/Achim Melde

Der große, strittige Punkt bei diesem Gesetz sind die sogenannten Snippets, also diese kleinen Textausschnitte, die zum Beispiel von Google News oder überhaupt von Google automatisch generiert und angezeigt werden. Die Frage ist, ob Google dafür auch bezahlen soll, für diese Snippets. Im Gesetz steht nun, die kleinsten Textausschnitte oder einzelne Wörter seien nicht vom Leistungsschutzrecht betroffen. Die Verleger sehen das jetzt anders, die haben am Wochenende gesagt: Das hat mit den Snippets nichts zu tun, für die muss weiter bezahlt werden – was gilt denn nun?

Die Frage ist ja: Was ist ein Snippet? Und Sie sehen, dass die Snippets-Längen ja sehr unterschiedlich sind, auch innerhalb von Google. Je nachdem, welche Produkte man verwendet, manchmal sind sie recht kurz: Die normale Google-Suche hat 160 Zeichen, Google News hat 255 Zeichen. Es gibt dann auch Nachrichtenagregatoren, Rivva, oder ähnliche wie Flipboard, die haben teilweise noch viel längere Texte. Die Frage ist: Wie viel Snippet-Länge braucht man, um eine Suchmaschine zum Funktionieren zu bringen, das heißt also zu erkennen, was verbirgt sich hinter diesem Link? Das soll nach den Worten dieses Gesetzes eben frei sein, das heißt also eine wirklich nur sehr kurze Beschreibung, aber nicht ein Snippet, das im Prinzip schon den gesamten Inhalt vorwegnimmt und dazu führt, dass der Benutzer eigentlich gar nicht mehr auf den Link klickt, da er schon sämtliche Informationen durch die Kurzzusammenfassung erhalten hat.

Genau daran setzt aber dann die Kritik der Opposition an. Die sagt, dass ist letztlich ein Gesetz, das gemacht wird, damit es in den Gerichten erst einmal richtig ausgelegt wird und die ganzen Details sollen dann in den Gerichten geklärt werden – das könne es ja nicht sein. Was antworten Sie da?

Die Opposition hat es selbst in der Hand, genau das zu verändern. Das Gesetz kommt jetzt in den Bundesrat und der Bundesrat hat die Möglichkeit hier ein Vermittlungsverfahren zu eröffnen, Änderungsvorschläge zu machen, kann beispielsweise hier auch nochmal eine Konkretisierung vornehmen und sagen: Kleine Textteile bis 160 Zeichen oder ähnliches. Das kann der Bundesrat machen und dann muss der Bundestag das auch akzeptieren, insofern ist es so, dass die Opposition hier mit im Boot sitzt – und ohne die wird es nicht gehen.

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